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Krefeld
Wettbewerb für St.-Martin-Laternen

Wettbewerb für Laternen beim Martinsumzug 2017 in Krefeld
Sieben Jahrzehnte alt: Diese Laterne hat Aloys Hoersch als Kind zusammen mit seinem Bruder gebastelt - die Szene rechts stellt dar, wie St. Martin den Mantel teil. "Wir haben darauf geachtet, dass sowohl christliche als auch weltliche Martinsmotive die Laterne zierten", sagt Hoersch. FOTO: T.L.
Krefeld. Ein Krefelder lobt einen Preis für Laternen aus, die Motive aus den St.Martin-Legenden zeigen. Sein Ziel: an den Sinn des Festes erinnern. Eingeladen sind alle Kitas und Grundschulen.

Kindertagesstätten und Grundschulen sind zu einem sehr besonderen Wettbewerb aufgerufen: Sie sind eingeladen, zu St. Martin Laternen mit Motiven zu basteln, die aus dem Erzählkreis der St. Martin-Legende stammen. Initiiert ist der Wettbewerb von Aloys Hoersch und einem Unterstützer, der ein Preisgeld ausgelobt hat und nicht genannt werden möchte. Anlass: "Es hat mich bei den vielen St.-Martin-Zügen, die ich gesehen habe, immer bedrückt, dass es so viele Laternen ohne Bezug zu der Geschichte von St. Martin gibt. Dabei hat er uns auch nach 1700 Jahren so viel zu sagen", erläutert Hoersch. Die Rheinische Post unterstützt die Aktion.

Hoersch, selbst Vater von vier Kindern, möchte mit der Initiative den Blick auf den Kern der Geschichte von St. Martin richten: "Abgeben, Teilen und Nächstenliebe." Es geht Hoersch weniger um die Heiligkeit des Römers, sondern um die ethische Grundausrichtung. Hoersch möchte mit seiner Aktion auch ein Zeichen setzen und den Blick auf die lenken, die bis heute aus dem Geist von St. Martin handeln. "Es gibt ja auch die vielen St. Martins der Gegenwart. Man denke nur an das Engagement für Obdachlose oder den freiwilligen Einsatz von Ärzten in Ländern, in denen die medizinische Versorgung katastrophal ist. Es gibt so viele Menschen guten Willens. Auch darauf möchte ich den Blick lenken, sie in ihrem Tun würdigen und für Wertschätzung ihres Handelns werben." Bestärkt sah Hoersch sich mit seiner Aktion auch durch den Vorstoß von Bürgern aus dem Kreis Viersen, die die rheinische St.-Martin-Tradition mit Laternenumzügen und Kindern, die mit Martinsliedern von Tür zu Tür ziehen und Süßigkeiten sammeln, zum Weltkulturerbe der Unesco erklären lassen wollen.

Aloys Hoersch. FOTO: T.L.

Die Martinslegende von dem römischen Legionär, der seinen Mantel mit einem erfrierenden Bettler teilt, geht auf Martin von Tours (um 316/317 - 397) zurück. Er war der dritte Bischof von Tours. Zunächst diente er als römischer Soldat, wurde mit 36 Jahren getauft, lebte nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst als Einsiedler, gründete Klöster und wurde 372 zum Bischof ernannt. Er starb mit 81 Jahren - in jener Zeit ein biblisches Alter.

Das Legendarium um sein Leben ist reich; im Rheinland, aber auch in vielen anderen Ländern wird vielfältiges Brauchtum zu St. Martins Ehren gepflegt. In unserer Region gerät die Tradition mehr und mehr unter Druck - zum Teil, weil sie von anderen Traditionen überlagert wird (wie Halloween), zum Teil, weil bürokratische Auflagen den Organisatoren der Martinszüge das Leben schwermachen. Zum Teil finden sich auch immer weniger Leute, die die Aufgabe der Organisation übernehmen. Hoersch möchte mit seiner Aktion auch dazu ermuntern: die Tradition der Martinsumzüge weiterzutragen.

Er selbst ist katholisch, versteht seine Initiative aber als überkonfessionell. Als Preisgeld gibt es 500 Euro. Wie es aufgeteilt wird, steht noch nicht ganz fest. "Mir widerstrebt es, einen ersten, zweiten und dritten Preis zu benennen, denn alle Laternen sind mit gleich wichtig."

Wer sich beteiligen möchte, ist gebeten, bis zum 5. November (gerne früher) eine der gebastelten Laternen zu fotografieren (eventuell von mehren Seiten) und die Fotos mit Angaben zu einem Ansprechpartner per Mail an die RP-Redaktion (redaktion.krefeld@rheinische-post.de, Stichwort St. Martin) einzusenden. Wir werden über die Entwürfe und natürlich über die Gruppen, die die Laternen gebastelt haben, auch berichten.

vo

Quelle: RP
 
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