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Mrs. Greenbird
Wie ein toter Papagei dem Duo den Namen gab

Krefeld. Der Niederrheiner Steffen Brückner vom Folk-Duo "Mrs. Greenbird" erläutert, warum das Konzert heute in der Kufa eine Überraschung birgt.

Steffen Brückner (39) läuft durch Köln. "Kollege, Zebrastreifen!", ruft er plötzlich. Und entschuldigt sich sogleich, dass er diesen "engagierten Autofahrer" zurechtweisen muss. Ein Gespräch über Namen, ein neues Album und Ehrlichkeit.

Verfügen Sie über nähere Kenntnisse, ob sich das Eichhörnchen und der Brontosaurus gut verstehen?

Steffen brückner Wir haben die beiden noch nicht zusammen in den Käfig getan. Das ist allein schon wegen der Größe des Brontosaurus schwierig. Das wird ein Experiment.

Ihre aktuelle Tour haben Sie nach den beiden, nun ja, Tieren benannt. Wie sind Sie denn auf diese wilde Kombination gekommen?

brückner Das sind zwei Schlüsselfiguren von unserem aktuellen Album "Postcards". Eichhörnchen und Brontosaurus spielen eine versteckte Rolle in verschiedenen Songs. Aber was es genau damit auf sich hat, das ist natürlich eine Überraschung. Und die verraten wir erst heute Abend auf dem Konzert.

Der Hang zur außergewöhnlichen Nomenklatur zeigt sich auch bei Ihnen. Bei Mrs. Greenbird denkt man an eine Art Papagena, jedenfalls an eine einzelne Frau. Wie kommt's?

Brückner Es ist auch in der Tat so, dass uns der Name von einer Papageiendame verliehen wurde. Hier in Köln gibt es ja frei lebende grüne Sittiche, die hier wild in Schwärmen herumfliegen. In unseren Anfangszeiten haben wir eine sterbende Sittichdame vor der Haustür gefunden. Das war der auslösende Moment.

Heute Abend spielen Sie in der Krefelder Kulturfabrik. Verbinden Sie eigentlich irgendetwas mit der Stadt?

brückner In der Tat. Ich bin ja aufgewachsener Niederrheiner, komme aus Issum. Dementsprechend habe ich einen nicht unwesentlichen Teil meiner Jugend in Krefeld verbracht. Wir sind oft damals zum Shoppen hingefahren. Später als ich meine Musikleidenschaft entdeckt habe, war ich auch oft in der Kufa und habe mir allerlei Konzerte angehört. Und jetzt treten wir zum ersten Mal selbst in der Kufa auf - das freut mich natürlich sehr.

Sie sind jetzt alleine auf Tour. Also ohne große begleitende Band wie in den vorherigen Jahren. Wird das Konzert dadurch schlanker, mit vollem Fokus auf die Musik?

brückner Die Idee ist, dass wir zurück zu unseren Wurzeln kehren, also "Back to the roots". Die vergangenen zwei, drei Jahre waren wir immer mit Bandbesetzung unterwegs. Wir haben aber zu einer Zeit angefangen Musik zu machen, da waren wir in Kneipen unterwegs und haben auf der Straße gespielt. Wir wollten unseren Fans zeigen, wo wir herkommen. Es war uns einfach wichtig, dahin zu gehen, wo wir musikalisch herkommen. Wir wollen mehr Stimmung, es soll intimer sein und mehr Kommunikation mit dem Publikum geben. Also wie ein XXL-Wohnzimmerkonzert.

Was kann Folk, was Pop nicht kann?

brückner Puh, das ist keine leichte Frage. Wir machen ja eine Mischung aus Folk, Singer-Songwriter, Country, Pop. Bei Country und Folk ist eine gewisse Ehrlichkeit in den Texten drin, das hat eine sehr starke persönliche Relevanz, was wir da machen. Es ist auch immer einfach und nachvollziehbar gehalten. Das sind zwar einfache und knappe Texte oft, aber wir singen davon, was uns persönlich bewegt.

Ihr letztes Album ist von 2014. Finden Sie demnächst Zeit für ein neues?

brückner Ja, unbedingt. Wir sind schon dabei, neue Songs zu schreiben, wollen aber in diesem Jahr auch viel spielen. Dabei werden wir uns auch an neue Songs heranwagen. In der zweiten Jahreshälfte dann wollen wir die Songs im Studio aufnehmen. Anfang 2017 soll das neue Album in den Läden stehen.

Laut Wikipedia gehen Sie neben der Musik noch arbeiten. Stimmt das?

brückner Wikipedia ist ein echt schwer zu korrigierendes Medium. Wir leben seit Anfang 2013 von der Musik. Seitdem wir durchgestartet sind, wäre es gar nicht mehr möglich nebenher noch normalen Jobs nachzugehen. Wir sind jetzt hauptberuflich und glücklich Musiker.

Dass Sie mit Ihrer Partnerin Sarah Nücken auch privat ein Paar sind, stimmt aber? Sagen Sie mal, gehen Sie sich denn nie auf die Nerven?

brückner Das stimmt glücklicherweise. Aber wer geht sich denn nicht mal auf die Nerven? Das kommt vor, natürlich. Aber wir haben einen ziemlich guten Weg gefunden, wie ich finde. Gemessen an der Prozentzahl an Zeit, die wir gemeinsam verbringen, nerven wir uns unterdurchschnittlich wenig.

Vor vier Jahren haben Sie bei der Castingshow "X-Factor" teilgenommen. Rückliegend betrachtet, war das eine gute Erfahrung?

brückner Ja, für uns hat das funktioniert. Aber man kann das nicht pauschalisieren. Man kann niemandem einfach dazu raten, weil jede Show und jede Staffel anders ist. Wir sind aber glücklich über das, was wir daraus machen konnten. Wir haben unsere Karriere darauf aufgebaut.

HENNING RASCHE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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