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Krefeld
Wirbel um Versetzung von Rathauschef Pluschkell

Krefeld-Hüls. Eine Online-Petition fordert seine Rückkehr. Der SPD-Politiker Hans Butzen soll die Versetzung eingefädelt haben. Der nennt die Vorwürfe absurd.

In Hüls werden über die Internetplattform "change.org" Unterschriften dafür gesammelt, dass der frühere Leiter der Hülser Bezirksverwaltung, Thomas Pluschkell, nach Hüls zurückkehrt. In Hüls pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Pluschkell, ein CDU-Mitglied, soll auf Intervention des Hülser SPD-Bezirksvorstehers Hans Butzen ins Bockumer Rathaus versetzt worden sein. "Wir Hülser Bürger können es nicht verstehen, dass nach 15 Jahren eine Hülser Ikone versetzt wird", heißt es in der Petition, die bislang von gut 170 Bürgern unterstützt wird, "wir fordern die Rückkehr von Thomas Pluschkell."

Butzen weist die Vorwürfe zurück. "Seit Anfang März werden gegen mich auf Facebook und in einer Online-Petition offene oder unterschwelligen Vorwürfe erhoben, ich hätte eine Versetzung von Herrn Pluschkell nach Bockum zu verantworten. Ich habe mich bislang nicht öffentlich dagegen erwehrt, da ich die persönlichen und datenschutzrechtlichen Belange von Herrn Pluschkell nicht berühren wollte, obwohl die dort gemachten Behauptungen ehrverletzend sind und die Grenzen zur üblen Nachrede überschreiten", erklärte er am Montag auf Anfrage.

In Hüls ist Pluschkell bei vielen beliebt. Er sei "immer ein kompetenter, freundlicher und liebenswerter Ansprechpartner" gewesen, heißt es in einem Kommentar zu der Petition, "es darf nicht sein, dass die Animosität und das Geltungsbedürfnis eines Einzelnen dazu führen, dass ein beliebter Beamter, der jahrelang hervorragende Arbeit zum Wohle der Hülser geleistet hat, versetzt wird. Es ist ein Armutszeugnis, wenn auf diese Weise (politische) Macht ausgeübt wird!".

Butzen wird in den Kommentaren auch direkt angegangen - unter Anspielung darauf, dass er nicht in Hüls wohnt: "Ich würde mir wünschen, dass sich unser lieber Bezirksvorsteher versetzen ließe. Gibt sich als Hülser aus und ist wohnhaft in Fischeln."

Öffentlich solidarisiert sich der UWG-Ratsherr Andreas Drabben mit Pluschkell: "Ich habe da mitgemacht, weil ich so ein Handeln sehr unmenschlich finde, egal welcher demokratischen Partei jemand angehört. Herr Pluschkell war mehr als nur ein Leiter. Er ist Hülser, und er lebt das aus, ist sehr bekannt in Hüls und auch hochgeschätzt." Butzen soll sich erst an den Chef der Bezirksleiter, Matthias Schütze, gewandt haben; der soll dann mit Zustimmung von Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) die Versetzung auf den Weg gebracht haben.

Butzen räumt ein, dass das Verhältnis zwischen ihm und Pluschkell zerrüttet war; es habe "einige unliebsame Vorgänge bis hin zu persönlichen Beleidigungen mir gegenüber" gegeben, erklärt er. Mehrere Gespräche mit Vermittlungsversuchen seien vergeblich gewesen. Dann sei Pluschkell einige Zeit nicht im Dienst gewesen. "In der Zeit gab es keine dienstlichen und persönlichen Begegnungen zwischen uns. Auch gab es in der Zeit keine Schreiben, die an Herrn Pluschkell gerichtet waren und die ich an meine Privatadresse angefordert habe", betont Butzen.

Ihm, Butzen, sei dann im Februar 2016 die Versetzung Pluschkells nach Bockum mitgeteilt worden. Diese Entscheidung sei im Einverständnis mit Pluschkell erfolgt.

Die Stadt teilte auf Anfrage nach Gründen für die Versetzung mit, es handele sich bei der Umbesetzung "um die Fortsetzung einer bestehenden Vertretungsregelung in den Aufgabenstellungen für die Bezirksverwaltungsstelle beziehungsweise die Bezirksvertretung des Stadtbezirkes Krefeld-Hüls". Damit verbunden sei die Umsetzung des Bezirksverwaltungsstellenleiters Krefeld-Hüls vom Rathaus Hüls ins Rathaus Bockum.

(vo)
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