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Krefeld
Wirbel um Video über Polizei-Einsatz gegen Radfahrerin

Krefeld: Wirbel um Video über Polizei-Einsatz gegen Radfahrerin
Der Screenshot des Videos zeigt, wie zwei Polizisten versuchen, die Radfahrerin, die sich heftig wehrte, zu bändigen. FOTO: Screenshot
Krefeld. Ein Video über einen Polizeieinsatz gegen eine Radfahrerin in der Fußgängerzone Neusser Straße hat am Dienstag für empörte Reaktionen bei Facebook gesorgt. Zu sehen war, wie mehrere Polizisten die Frau zu bändigen versuchten.  Von Jens Voss

Um die Mittagszeit herum ist das Video dann aus dem sozialen Netzwerk verschwunden - wohl aus rechtlichen Gründen. Hintergrund: Diese Art, Leute zu filmen und den Film ins Netz zu stellen, ist verboten. "Es ist ein Straftatbestand, wenn man jemanden ohne dessen Erlaubnis filmt und den Film ohne Einverständnis veröffentlicht", erklärte dazu eine Sprecherin der Krefelder Staatsanwaltschaft. Inzwischen ist das Video jedoch wieder auffindbar. Wie die Polizei schließlich nach stundenlanger interner Recherche mitteilte, hat sich der Vorfall bereits am 7. November 2015 auf der Neusser Straße ereignet.

Eine Polizistin hat demnach eine 53-jährige Frau zu stoppen versucht, die dort verbotenerweise mit dem Rad fuhr. Die Frau hat aber auf den Zuruf der Polizistin, sie solle anhalten, nicht reagiert. Die Polizistin lief ihr nach und konnte sie schließlich festhalten. Die Radfahrerin hat sich daraufhin zunehmend gewehrt. Bei der folgenden Rangelei ging die Frau mit ihrem Rad zu Boden; sie wurde immer aufgeregter, schrie, man solle sie in Ruhe lassen, sie habe nichts getan. Der Polizistin kamen schließlich Kollegen einer Streife zu Hilfe, bis schließlich drei, vier Beamte die Frau bändigten.

Immer mehr Passanten wurden auf den Vorfall aufmerksam; ein Mann war zu hören, der mit Unverständnis darauf reagiert, dass drei, vier Beamte eine Frau überwältigen müssten. Irgendwann bricht das Video dann ab. Die Polizisten haben die Frau, soweit es zu sehen war, nicht geschlagen, sondern nur zu Boden gedrückt - es ging sichtlich darum, sie festzuhalten. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigte, war der Ausgangspunkt des Geschehens, dass die Radfahrerin der Aufforderung der Polizistin anzuhalten, nicht Folge geleistet hat. Radfahren in der Fußgängerzone ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Frau hat sich den Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingehandelt; gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Das Video stand kurze Zeit auch auf der Facebook-Seite der Polizei, ist dort dann aber von der Polizei "verborgen" worden. Wie eine Sprecherin berichtete, haben zahlreiche Kommentare die Polizei für diesen Einsatz kritisiert - auch das Video ließ Kritik erkennen und war überschrieben mit dem Motto: "Ihr Verbrechen: Radfahren in der Fußgängerzone." Der Tenor war, dass ein relativ harmloses Vergehen zu einer derart massiven Polizeipräsenz geführt hat. Die Kommentare müssen heftig gewesen sein; die Polizei teilte mit, dass sie Kommentare, die gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verstoßen hätten, gelöscht hat; in Fällen strafrechtlicher Relevanz soll ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Quelle: RP
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