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Krefeld
"Wissen tanken" in den Kunstmuseen

Krefeld. Eine Vortragsreihe im Kaiser-Wilhelm-Museum knüpft an die Tradition Paul Wembers an. Von Christine van Delden

Mit "Wissen tanken" rufen die Krefelder Kunstmuseen in Kooperation mit den Freunden und Förderern der Kunstmuseen Krefeld eine neue Vortragsreihe ins Leben. "Diese Vorträge werden immer im Zusammenhang mit unserer Sammlung oder einer der aktuellen Ausstellung stehen, werden aber keine reinen Kunstvorträge im klassischen Sinn sein, sondern über interdisziplinäre Ansätze neue Perspektiven eröffnen", erläutert Museumsleiterin Katia Baudin. Die Vorträge ab dem 24. Mai stehen damit in der Tradition der "Wintervorträge" aus der Zeit Paul Wembers. "Wir wollen über diese Vorträge in einen Austausch mit unserem Publikum kommen", sagt Baudin. Die Vorsitzende der Freunde und Förderer der Kunstmuseen Krefeld, Anahita Teymourian-Pesch, verweist auf die integrative Kraft der Kunst: "Im Idealfall findet eine rege Diskussion statt und wir beleben mit der neuen Vortragsreihe die Kulturlandschaft in Krefeld." Und: "Eine Stadt kann ihre Urbanität ohne Kunst gar nicht entwickeln". "Wissen tanken" bietet Vorträge, die in interdisziplinären Ansätzen über kunsthistorische und theoretische Fragestellungen hinausgehen, Zusammenhänge mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen thematisieren und gesellschaftliche Auswirkungen in den Blick nehmen.

Vier Vorträge sind für dieses Frühjahr und den Sommer bereits fixiert, weitere werden im Herbst und Winter folgen: Am Mittwoch, 24. Mai, findet die Auftaktveranstaltung statt: Die Kunsthistorikerin, Lateinamerikanistin und freie Kuratorin Elena Rosauro wird in ihrem Vortrag "Die Geschichte der Gewalt in der Kunst Lateinamerikas" einen Einblick in die tief verwurzelte Tradition der Performancekunst Lateinamerikas geben. Ausgangspunkt ist die derzeitige Ausstellung im Haus Esters "Die Vereinigung zweier Flamingos auf einem Blechdach".

Am Dienstag, 27. Juni, wird die Professorin Annette Tietenberg mit "Die Wohnung ist das Alpha und das Omega" die Ausstellung in Haus Lange "Die Zugezogenen" als Ausgangspunkt nehmen. Sie nimmt den besonderen Charakter der Ausstellung in den Blick und spricht über die Wohnung und das Interieur in der Kunst. Am Mittwoch, 12. Juli, zieht Autor Wolfgang Ullrich Bilanz nach einem halben Jahrhundert: Auf dem Prüfstand steht in seinem Vortrag die berühmte Formel von Joseph Beuys: "Jeder Mensch ist ein Künstler". Ullrich wird den Fragen nachgehen, warum dieser Satz so erfolgreich wurde, wie er interpretiert wurde und was sein Erfolg über die Mentalität der heutigen Gesellschaft aussagt.

Am Mittwoch, 20. September, richtet die stellvertretende Leiterin des Deutschen Textilmuseums, Isa Fleischmann-Heck, den Blick zurück in die Frühzeit des Kaiser-Wilhelm-Museums. Ihr Vortrag "Das Formschöne und sein Publikum" beschäftigt sich mit der Ausstellungspolitik des ersten Direktors Friedrich Deneken.

Alle Vorträge der Reihe "Wissen tanken" beginnen um 19 Uhr und finden im Thorn-Prikker-Saal des Kaiser-Wilhelm-Museums statt. Die Vortragsgebühr beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Für Mitglieder der Museumsfreunde kostenlos.

Quelle: RP
 
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