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Krefeld
Witzige Müllsprüche für ein schöneres Stadtviertel

Krefeld. Im Quartier um den Alexander- und den Corneliusplatz wohnen 6900 Einwohner aus mindestens 21 Nationen. Hier haben sich mehrere Initiativgruppen gebildet, die Gemeinschaft im Viertel und die Identifizierung mit dem Umfeld fördern wollen. Die Menschen sollen Verantwortung füreinander übernehmen. Beispielsweise werden von zwei Blumengruppen Baumbeete mit Blumen verschönert und gepflegt. Von Hans Kaiser

Jetzt will eine Anwohnergemeinschaft dem Straßenmüll eine gründliche Abfuhr erteilen - aber kreativ und mit Spaß. Auf ihren Impuls hin haben 41 Bürger sich einen Mülltonnenspruch ausgesucht oder erdacht und auf 41 öffentliche Mülleimer geklebt. Finanziert wurden die Aufkleber über die "Urbane Nachbarschaft Samtweberei" (UNS). Die Stadt hat das Bekleben der Müllbehältnisse genehmigt, und die Stadtreinigungs-Gesellschaft (GSAK) hat die Initiative nach Kräften unterstützt. Geklebt wurde rund um die Lewerentzstraße. Manchen Anwohnern fällt jetzt erst auf, wie viele öffentliche Müllbehältnisse es allein in diesem kleinen Bereich gibt. Auf humorvolle Weise werden sie zu deren Benutzung angehalten.

"Ich will keine Schokolade. Ich will lieber das Papier", spielt ein Spruch auf einen Oldie der unvergessenen Trude Herr an und berücksichtigt, dass der Mülleimer vor einem Kindergarten steht. Ein Migrant aus Albanien hat sich bemüht, etwas zu finden, das niemandem zu nahe tritt und ein bisschen sein eigenes Leben spiegelt: "Hier Deine Sorgen einwerfen". Hinter den oft mehrsprachigen Texten verbirgt sich so manche Lebensgeschichte.

Weil die Tonnenaufkleber nur ein Anfang sein können, werden die Viertel-Bewohner am Dienstag, 17. Oktober, ab 19 Uhr zu einem Ideen- und Aktionsabend unter dem Motto "Null Müll" in die alte Samtweberei, Lewerentzstraße 104, eingeladen. Hier sollen sie im Café Lentz mit Hilfe eines professionellen Moderators Anstöße finden, eigene Ideen zur Müllvermeidung zu entwickeln und umzusetzen. Die GSAK wird den Abend mit einem Vortrag begleiten und sich bemühen, die Ideen und Projekte, die aus der Bürgerschaft erwartet werden, zu unterstützen.

Eine Möglichkeit, in das Projekt einzusteigen, gibt es aber schon vorher. Am Samstag, 7. Oktober, steigt, wie berichtet, ab 14 Uhr in der Samtweberei ein Nachbarschaftsfest. Da wird sich die Textaufkleber-Initiative mit einem Müllstand vorstellen und um weitere Teilnehmer an ihrer Aktion werben.

Quelle: RP
 
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