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Krefeld
Wo genau liegt eigentlich welcher Stadtteil?

Krefeld. Auf Krefelder Stadtgebiet gibt es größere und kleinere historische Gebietsbezeichnungen von B wie Bockum über L wie Lindental bis U wie Uerdingen. Vielen ist nicht klar, wie viele Stadtteile, statistische und politische Bezirke es gibt und wie sie voneinander abgegrenzt sind. Antworten kann das städtische Katasteramt geben. Von Jochen Lenzen

Was hat eigentlich der Stadtteil Dießem - grob gesagt östlich der Philadelphia zwischen Uerdinger Straße und Südtangente gelegen - mit dem Gebiet Lehmheide im Bereich des Hauptfriedhofs zu tun ? In welchem Verhältnis steht das Bismarckviertel zum Stadtteil Cracau und wo genau liegt letzterer ? Was ist der Unterschied zwischen dem Bahnbezirk und dem Samtweberviertel (beide Begriffe werden für die Gegend um die Lewerentzstraße genutzt)? Antworten über diese Gebiete, ihre Bezeichnungen und Grenzen können Vermessungstechniker Frank Kaysers und Kartograph Volker Steinbeck vom Katasteramt geben.

"Die Stadt Krefeld ist im 20. Jahrhundert aus elf eigenständigen Gemeinden zusammengewachsen", erklärt Steinbeck. 1901 ist Linn zum damaligen Crefeld gekommen. 1907 kamen Bockum mit Verberg sowie Oppum hinzu. 1929 vereinigten sich die Städte Krefeld und "Uerdingen am Rhein". Im selben Jahr kamen Traar, Gellep, Stratum, Fischeln und Benrad hinzu. Schließlich wurde durch die Gemeindereform von 1975 Hüls nach Krefeld eingemeindet.

Heute ist das Krefelder Stadtgebiet amtlich in 19 Stadtteile unterteilt, die zum Teil - warum auch immer - zwei historisch gewachsene Stadtgebiete in einem Doppelnamen zusammenfassen. Diese 19 Stadtteile heißen Stadtmitte, Kempener Feld/Baackeshof, Inrath/Kliedbruch, Cracau, Dießem/Lehmheide, Benrad-Süd, Forstwald, Benrad-Nord, Hülser Berg, Traar, Verberg, Gartenstadt, Bockum, Linn, Gellep-Stratum, Oppum, Fischeln, Uerdingen und Hüls. Ortsbezeichnungen wie Elfrath, Lindental, Tackheide, Stahldorf und Königshof finden sich unter den insgesamt 45 Bezirken, in die die 19 Stadtteile - zum Zweck statistischer Erhebungen durch die Verwaltung - unterteilt sind.

Eine Kuriosität ist dabei die Unterteilung des Stadtteils Cracau, der zwischen Ostwall, Grenzstraße, Moerser Straße und der Eisenbahntrasse liegt und in die vier Bezirke Cracau, Stephansplatz, Bleichpfad und Schinkenplatz unterteilt ist. Der Name Schinkenplatz bezeichnet dabei - aus heute unerfindlichen Gründen - den Bezirk, der zwischen Philadelphia-, Uerdinger-, Grenzstraße und Eisenbahntrasse liegt. Tatsächlich liegt der Schinkenplatz aber westlich der Philadelphiastraße. Allerdings trägt er diesen Namen offiziell erst seit 1992.

Um die Thematik noch ein wenig komplizierter zu machen: Der "falsche" Bezirk Schinkenplatz ist das Tätigkeitsgebiet des Bürgervereins Krefeld-Ost. Aber die Bürgervereinsgebiete sind ein gesondertes Thema: Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgerverein, Manfred Grünwald, ist gerade dabei, eine Karte mit den Grenzen der Bürgervereine zu erstellen. Da kommt dann beispielsweise auch das Bismarckviertel im Stadtteil Cracau ins Gespräch. Auch die Bezeichnung Bahnbezirk hat damit zu tun, für den die engagierten Akteure um die Attraktivierung dieses Bereichs den Namen Samtweberviertel bevorzugen.

Neben den Stadtteilen und ihren statistischen Bezirken gibt es noch die Unterteilung in neun, völlig anders begrenzte politische Stadtbezirke, für die ebenso viele Bezirksvertretungen zuständig sind. Diese sind wiederum in Kommunalwahlbezirke unterteilt, die zum Teil abenteuerlich-willkürlich aussehen. Grund dafür ist das Anliegen, die Zahl der Wahlberechtigten in den einzelnen Kommunalwahlbezirken möglichst gleich zu halten.

Von den genannten Unterteilungen unterscheiden sich noch einmal die Schiedsamtsbezirke und die wiederum anders begrenzten Postleitzahl-Bereiche.

Quelle: RP
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