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Krefeld
Wohnstätte will bis 2019 125 Millionen investieren

Krefeld: Wohnstätte will bis 2019 125 Millionen investieren
In Gartenstadt baut die Wohnstätte sieben Punkthäuser - zwei davon sind nahezu fertig, andere befinden sich noch im Rohbau. FOTO: Wohnstätte AG
Krefeld. Die Aktiengesellschaft meldet einen Bilanzgewinn von knapp 7,5 Millionen Euro - den höchsten seit fünf Jahren. Die Zahl der Wohnungen sank auf 8798. Zahlreiche Abrisse schaffen Platz für Neues. Von Norbert Stirken

Die Wohnstätte AG hat ein erfolgreiches Jahr 2015 hinter sich: Grund für die Aktionäre wie Stadt Krefeld und Sparkasse Krefeld sich zu freuen. Etwa 4,2 Millionen Euro werden als Dividende ausgeschüttet. 1,75 Millionen Euro wandern in die Rücklage, der Rest wird ins neue Geschäftsjahr vorgetragen. Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich für die 84 Beschäftigten der Wohnstätte ein ereignisreiches Jahr. Viel ist passiert und auf den Weg gebracht. Bis 2019 will die Wohnstätte rund 530 Wohnungen auf eigenen Grundstücken neu bauen und 125 Millionen Euro investieren.

"Wir profitieren von den niedrigen Zinsen", sagte Vorstand Thomas Siegert jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Wohnstätte nutzt die Phase dadurch, dass sie ihre Kredite schneller tilgt. Die Kennzahlen im neuen Jahresbericht sind eindrucksvoll: Mit knapp 283 Millionen Euro die höchste Bilanzsumme seit 2011; ein Anlagevermögen in Höhe von 261 Millionen Euro (sehr konservativ bewertete Grundstücke und Häuser); fast 70 Millionen Euro Eigenkapital und eine geringe Leerstandsquote von 5,8 Prozent - der mit Abstand niedrigsten seit fünf Jahren nach einem Hoch in 2013 mit 9,8 Prozent. Die Zufriedenheit der Mieter korrespondiert mit relativ geringen Außenständen bei den Mieten. Auf den Zahlungseingang von 302.000 Euro wartete die Wohnstätte zum Stichtag 31. Dezember 2015 noch. Bei einer fiktiven Durchschnittsmiete von 500 Euro wären das 6000 Euro im Jahr und somit 50 Mieter aus 8798 Wohnungen im Bestand.

Die Zahl der Wohnungen ist gesunken, und das trotz der vermehrten Aktivitäten. Die Erklärung ist simpel. Es wurden allein im vergangenen Jahr 37 Häuser mit 196 Wohnungen abgerissen. Schwerpunkte lagen in Gartenstadt und in Oppum an der Herbertzstraße. Für die Neubebauung auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Obdachlosenunterkünfte in Oppum sollen 2017 die Bagger anrollen. Ein europaweiter Architekturwettbewerb hat prämierte Entwürfe geliefert. Der Zuschlag, wer den Auftrag bekommen soll, steht noch aus. 2018 sollen die ersten Mieter und Eigentümer unter anderem von Reihenhäusern einziehen.

Deutlich früher sollen die Arbeiten an der Aufwertung Gartenstadt abgeschlossen sein. Im ersten Quartal des kommenden Jahres werden die ersten beiden Punkthäuser bezugsfertig. Danach geht's Schlag auf Schlag weiter. In die Punkthäuser drei bis sieben kehrt Leben ein.

Großbaustellen wie die Ostwall-Passage und der neue Verwaltungssitz der Wohnstätte AG am Standort der früheren Werkkunstschule binden viel Energie. Mitte und Ende 2017 sollen auch dort die Fertigstellungen gefeiert werden können. "Die personellen Ressourcen der Wohnstätte sind sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich vollkommen ausgelastet", sagte Siegert. Insofern hält er sich mit perspektivischen Äußerungen zurück. Immer wieder mal wird von Seiten der Politik, aber auch der Stadtverwaltung die Wohnstätte ins Spiel gebracht, um städtebauliche Akzente zu setzen. Immer wieder werden Projekte wie der Umbau der ehemaligen Papierfabrik Behn zwischen Dießemer- und Viktoriastraße und die alte Feuerwache an der Florastraße genannt. Bis Fischeln Südwest Realität mit rund 600 Wohnungen wird, geht noch viel Zeit ins Land. Dort wird die Wohnstätte nach 2019 Akzente setzen.

Zum Stichtag Ende 2015 befanden sich 7222 frei finanzierte Wohnungen, 1576 öffentlich geförderte Wohnungen, 118 Gewerbeobjekte und zwei Seniorenheime im Eigentum der Wohnstätte AG. Rund 47 Prozent sind Drei-Zimmer-Wohnungen, 32 Prozent Zwei-Zimmer-Wohnungen.

Quelle: RP
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