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Krefeld
Wohnung mit der Machete gestürmt

Krefeld. Krefelder Duo ist unter anderem wegen schweren Raubes angeklagt. Von Birgit Lameyer

Mit Baseballschläger, Machete und Jagdmesser bewaffnet sollen zwei Krefelder im April 2015 in eine Wohnung an der Lindenstraße eingedrungen sein und mehrere Personen verletzt haben. Laut Anklage forderte das Duo bei dem Überfall Geld und Drogen. Seit gestern müssen sich die Männer vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Wohnungseinbruchsdiebstahl und versuchten schweren Raub in Tateinheit mit Körperverletzung vor.

Im April vergangenen Jahres sollen sie mit einer Tasche voller Waffen zur Wohnung an der Lindenstraße unterwegs gewesen sein. Sie klingelten in den frühen Morgenstunden bei Nachbarn, um in das Treppenhaus zu gelangen. Dort zogen sie sich Masken über und traten die Wohnungstür der späteren Opfer ein. Mit Gewalt hielten sie die drei Männer in Schach und forderten Wertsachen.

Eines der Opfer schilderte gestern Einzelheiten des Überfalls. Er habe am Vorabend mit Freunden gefeiert, am Morgen seien sie dann noch zu dritt in der Wohnung gewesen und schliefen, bis die Tür eingetreten wurde. "Die haben die Tür komplett aus dem Rahmen getreten", sagte der 19-Jährige. Zwei maskierte Männer waren plötzlich in der Wohnung. "Die standen mir beide direkt gegenüber." Mit dem Baseballschläger sei er von dem jüngeren Angeklagten mehrfach in die Seite gestoßen und an Kopf und Körper verletzt worden. Auch habe der ihm mehrere Schläge mit der stumpfen Seite der Machete in das Gesicht versetzt, so dass er blutete. Der andere Angeklagte habe nicht zugeschlagen.

Er habe die beiden bis dahin nicht persönlich gekannt, einer seiner Freude dagegen wusste genau, um wen es sich bei den Tätern handelte. Die konnten kurz darauf festgenommen werden. Drei Mal sei schon bei ihm eingebrochen worden, so der Zeuge. Weil die Täter einige Wochen zuvor die selben auffälligen Masken getragen hätten, habe er beide Taten in Zusammenhang gebracht. Von beiden Angeklagten kamen Teilgeständnisse. Den ersten Einbruch stritten sie ab. Bei der zweiten Tat wollen sie auf Anweisung anderer gehandelt haben. Der 20-Jährige sprach von drei Männern, die er nicht näher beschreiben wolle. Die seien zuvor zu ihnen gekommen und hätten sie dazu aufgefordert, Betäubungsmittel aus der Wohnung zu stehlen. Er habe Angst gehabt, dass man seiner Freundin etwas antue, wenn er der Forderung nicht nachkomme. Der Mitangeklagte erklärte, er habe mitgemacht, weil er Geld brauchte.

Der Verteidiger des Haupttäters hatte schon Vorarbeit geleistet. Dem Opfer habe man 1000 Euro angeboten und die erste Hälfte gleich mitgebracht. Sein Mandant habe sich schon entschuldigt und die Tür wieder repariert. Die Verhandlung hätte schon im Februar stattfinden sollen, der ältere Angeklagte war allerdings nicht erschienen. Gestern wurde er vorgeführt. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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