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Krefeld
Wohnungspolitik: SPD sieht Grüne in Ideologie gefangen

Krefeld. Die SPD kritisiert die Grünen für ihre Haltung in der Wohnungsbaupolitik. "Ich plädiere dafür, die ideologischen Scheuklappen abzulegen und auf Glaubenskämpfe zu verzichten", sagte Jürgen Hengst, planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Der Forderung, sich auf die Entwicklung innerstädtischen Wohnraums zu konzentrieren, entgegnet Hengst: "Wir benötigen eine zukunftsorientierte Wohnraumentwicklung, die den wirklichen Bedarfen entspricht." Siedlungsentwicklung und Wohnraumbedarf seien laut Hengst nie statisch, sondern unterliegen hingegen stetigen Veränderungen.

"Nachdem wir in den achtziger und neunziger Jahren eine 'Flucht aufs Land' erleben konnten, haben wir es heute mit einer sehr starken Urbanisierung zu tun", erläutert der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Statistische Werte seien daher in Teilen immer auch Prognosewerte und oftmals interessengesteuert. Man müsse sie deshalb mit Vorsicht genießen.

Klar ist für Hengst auch, dass es in Deutschland genügend Wohnraum gebe. "Wir haben ihn aber an der falschen Stelle", unterstreicht der SPD-Ratsherr jedoch das Problem. Krefeld sei zwar keine Kernzone, liege aber im Großraum Düsseldorf und sei auch aus diesem Grund explizit als Zuzugsgebiet in der Gebietsentwicklungsplanung definiert. "Die Nachfrage nach Wohnraum in Krefeld ist auch perspektivisch eindeutig vorhanden, insbesondere für junge Familien. Das haben alle Diskussionen bei den zurückliegenden Informationsveranstaltungen zu B-Plänen gezeigt."

Für Krefeld könne man daher nicht von sich ausschließenden Alternativen ausgehen. "Wer sagt, man müsse lediglich das innerstädtische Wohnangebot erweitern, verkennt bewusst wesentliche Tatsachen", so Hengst. Es gehe bei der Entwicklung des Krefelder Wohnraums nicht um das Ausschlussprinzip. Die Stadt benötige letztlich sowohl eine Stärkung der Innenstadt durch attraktive Stadtwohnungen, als auch die Weiterentwicklung vorhandener Flächen mit Einfamilienhäusern und die Erschließung neuer Gebiete wie etwa in Fischeln-Südwest mit einem ausgewogenen Verhältnis von Mehr- und Einfamilienhausbebauung. Die SPD werde dies unterstützen.

(sti)
 
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