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Krefeld
Wood Art Gallery: Die Künstler sind da

Krefeld: Wood Art Gallery: Die Künstler sind da
Ihre gute Laune lässt sich durch Regenschauer nicht verwässern: Die Akteure der Wood Art Gallery werden das Gelände am Talring in den kommenden Tagen in eine große Galerie mit moderner Street Art verwandeln. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. 15 internationale Straßenmaler arbeiten seit gestern auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik Carstanjen am Talring. Dort wird die Natur zur Galerie. Von Otmar Sprothen

Die Spannung zwischen unberührter Natur und ehemaliger industrieller Nutzung auf dem Gelände des Hülser Umweltzentrums nutzen 15 renommierte internationale Straßenmaler für ihre Kunst. Die hat sich neuester Techniken wie 3D oder QR-Codes bemächtigt, die im Smartphone bewegte Bilder erzeugen. Straßenmaler wollen Öffentlichkeit bei ihrer Arbeit, die sehr vielseitig geworden ist und von Wirtschaft und Werbung immer stärker nachgefragt wird.

Wood Art Gallery heißt das Projekt, bei dem sich bis zum 8. August Straßenmaler einen Teil des Geländes der ehemaligen Zementfabrik Carstanjen am Hülser Talring in ein großes Atelier verwandeln. Als der Betrieb 1986 die Arbeit einstellte, blieben zahlreiche große und kleine Relikte zurück: Rohre, Platten, Fundamente und in Beton eingefasste Wege. Die Natur holte sich auf dieser Seite des Talrings allmählich ihr Revier zurück, während sich auf der gegenüberliegenden Seite erneut ein Baustoffbetrieb ansiedelte. Natur, Industrie und Gewerbe prallen hier aufeinander und sind doch gemeinsam wichtig für die Entwicklung von Krefeld.

Wie verwunschen liegen unterschiedliche von Moosen und Flechten überwachsene Betonartefakte verstreut auf dem weitläufigen Gelände, auf dem 1991 das Krefelder Umweltzentrum entstand, und bilden inspirierende Projektionsflächen für die künstlerische Arbeit. Das ist der Grund, weshalb sich der Krefelder Manfred Wilms mit dem Projekt "Wood Art Gallery" am Aufruf von Krefelder Wirtschaft und Industrie beteiligte und die Jury überzeugte.

Projektleiterin Friederike Wouters (Mitte) sagt: "Kunst mit Natur zu verbinden, ist eine Chance, die einem nicht jeden Tag gegeben wird." FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Francesca Arsi steht vor einem großvolumigen Betongebilde, das mehrere runde Öffnungen aufweist. "E come un barco grande" (Das sieht aus wie ein großes Schiff)", begeistert sie sich und hat direkt einen Namen gefunden: Yellow Submarine. Dem Fantasie-U-Boot wird sie in den nächsten Tagen einen bunten Blumenschmuck verleihen. Die Italienerin arbeitet zum ersten Mal im Kreis von Straßenmaler-Kollegen aus Italien, Mexiko, USA, Großbritannien, Niederlande, Frankreich, Ukraine, Russland und Deutschland , die sich mehrmals im Jahr auf Events treffen. Jürgen Sauerland-Freer, Leiter des Kulturbüros, verwies auf die Einbettung der Aktion in den Krefelder Perspektivwechsel. Projektleiterin Friederike Wouters sagt: "Kunst mit Natur zu verbinden, ist eine Chance, die einem nicht jeden Tag gegeben wird." Sie wünscht sich einerseits viele Besucher, die den Künstlern über die Schulter schauen. Andererseits hätte sie es am liebsten, wenn die Masse der Neugierigen erst Freitag käme, wenn die Galerie fertig ist. Dann können Besucher einen mehrere hundert Meter langen Parcours ablaufen, an dem die Künstler auf 17 Stationen ihre Arbeiten zeigen. Street-Art habe sich von purer Straßenmalerei gelöst, erklärt Wouters: "Unter uns gibt es wahre Meister der 3D-Technik wie Gregor Wosik. Kann sein, dass er den Besucher mit einem Krater auf dem Weg überrascht, wo eigentlich keiner ist."

Quelle: RP
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