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Krefeld
Wood Art Gallery: Ups, da steht ja ein Männlein im Walde

Wood Art Gallery: 3D-Malerei im Wald
Wood Art Gallery: 3D-Malerei im Wald FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. 3D-Malerei mitten im Wald: Hinterm Umweltzentrum in Hüls ist ein Kunst-Spazierweg entstanden, der gute Laune macht und zu Fotoexkursionen einlädt. Am Samstag sind die Künstler vor Ort. Es gibt eine Reihe verblüffender Effekte. Von Carola Puvogel (Text) und Thomas Lammertz (Fotos)

Über einen schmalen Trampelpfad geht es immer tiefer hinein in den Wald am Hülser Berg. Wilde Brombeeren ranken über den Weg, Sonne glitzert durchs Blätterdach. Plötzlich öffnet sich zur Rechten eine kleine Lichtung - und überrascht Wanderer mit dem Anblick eines knallgelben U-Boots.

Was vor wenigen Tagen noch eine hässliche Betonröhre war, hat die italienische Künstlerin Francesca Arsi mit Fantasie, bunter Farbe und viel Kunstfertigkeit in das "Yellow Submarine" der Beatles verwandelt, John, Paul, George und Ringo inklusive.

21 ganz unterschiedliche Kunstwerke sind in den letzten Tagen im Rahmen des Projekts "Krefelder Perspektivwechsel" entstanden. Kleine Waldwege hinter dem Umweltzentrum haben sich in einen einige hundert Meter langen Kunst-Spazierweg verwandelt, der gute Laune macht, mit Originalität punktet und immer wieder außergewöhnliche Motive für Schnappschüsse bietet. Das Waldstück ist zu einem attraktiven Ausflugsziel für Groß und Klein geworden. Der Eintritt ist frei, das Gelände hinter dem Umweltzentrum jederzeit frei zugänglich.

Während die Arbeit der Künstler jetzt beendet ist und sie in ihre Heimatländer wie Italien, Mexiko, Frankreich und die USA zurückkehren, werden ihre Werke, gemalt mit Fassadenfarbe, noch lange in Krefeld zu sehen sein. So lange nämlich, bis der Wald sie mit Flechten, Moos und Feuchtigkeit zurückerobert.

Drei Jahre soll die Farbe aber mindestens halten, erklärt Gregor Wosik. Er hat eins der spektakulärsten Objekte gestaltet. Sein riesiges 3D- Bild einer Schlucht mit Wasserfall und einem Baum zum Balancieren darüber erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Erst durchs Objektiv einer Kamera, möglichst über Kopf fotografiert, offenbart sich das phänomenal plastische Bild. Ein Riesenspaß und ein witziges Fotomotiv fürs Familienalbum. Auch mit einem einfachen Handy geknipst funktioniert die raffinierte optische Täuschung.

Viele der Malereien offenbaren überraschende Perspektiven, sind teils wie gemacht für eine Fotoexkursion. "Die perfekte Welle" hat der Italiener Victor Adolfo Boni in eine alte Betonröhre gemalt. Für ein witziges Foto fehlt nur ein Mini-Surfbrett. Fans von Michael Endes "Unendlicher Geschichte" könnten sich beim Anblick von Vera Bugattis Werk an den "Steinbeißer" erinnert fühlen, der sich perfekt in das Grün seiner Umgebung einfügt. Eine andere Betonröhre hat Fabio Fedele zu moderner Höhlenmalerei inspiriert.

Seine kleinen Männchen am Lagerfeuer machen Spaß, die riesenhaften Ameisen auf der anderen Seite sind nichts für Menschen mit Insektenphobie. Aus einem Metall-Deckel klettert ein Mann, der sich den weg nach oben mit einem Eispickel freigeschlagen zu haben scheint.

Teilweise erschließen sich die auf 3D-Effekte angelegten Bilder erst bei Betrachtung aus dem richtigen Winkel und aus einigen Metern Entfernung, teils sind sie - gewollt - nur auf den zweiten Blick zu erkennen. Wie die Röhren, die Edgar Müller in Tarn-Optik bemalt hat, so dass sie fast mit dem Wald verschmelzen.

Bemerkenswerte Eindrücke aus der Wood Art Gallery sehen Sie hier!

Quelle: RP
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