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Krefeld
Wunschgast Redman kommt zur Burg

Krefeld. Ein Park, eine Bühne und im Hintergrund die Burg Linn, das ist die idyllische Kulisse des 32. Internationalen Musikfestivals "Jazz an einem Sommerabend" am 9. Juli. Highlight ist die Band um Ausnahmetalent Joshua Redman. Von Isabel Mankas-Fuest

Andreas Lessenich, künstlerischer Leiter des Jazzklubs, ist sichtlich stolz, als er das Programm des Festivals "Jazz an einem Sommerabend" vorstellt. Der Abend auf der Vorburg in Linn wird von drei Bands bestritten, wobei der veranstaltende Jazzklub stets großen Wert auf eine gute Mischung legt. "So ist für jeden etwas dabei", erklärt Martina Heffels, Vorsitzende des Jazzklubs. Das Festival ist bekannt dafür, neben etablierten Stars auch Neuentdeckungen zu präsentieren.

"An unserem Hauptact", so Lessenich, "sind wir seit sechs Jahren dran. Endlich hat Joshua Redman zugesagt." Der US-amerikanische Saxofonist ist in der Jazzszene ein großer Name. Bekanntgeworden ist er Anfang der 90er Jahre als "Young Lion". Dann avancierte Redman schnell zu einem herausragenden Saxofonisten und Komponisten mit mehr als 20 veröffentlichten Alben, zahlreichen Musikauszeichnungen wie Emmy und Echo.

Der 1969 geborene Redman trat mit Charlie Haden und Jack DeJohnette, Roy Hargrove, Elvin Jones und Brad Mehldau auf. Das Joshua Redman Quartett stellt sich in Krefeld in klassischer Formation vor: Saxofon, Piano, Bass und Schlagzeug. "Die Sidemen", betont Martina Heffels, "sind keine Unbekannten." Redmans Mitspieler sind ebenfalls hochkarätige Musiker. Schlagzeuger Jorge Rossy hat viele Jahre im Trio von Jazzpianist Brad Mehldau gespielt.

Den Auftakt bei "Jazz an einem Sommerabend" macht die Kölner Band "Die Verwandlung" um Jazztrompeter Frederik Köster. Köster zählt zum Kölner Klangkollektiv, eine junge Jazzbewegung, die 2009 von sieben Künstlern ins Leben gerufen wurde. Köster ist in Krefeld kein Unbekannter. Bei der Konzert-Reihe "Jazzattack" ist er häufiger Gast. Mit "Verwandlung" will der Wahlkölner mehr Facetten zeigen, freier mit Kompositionen umgehen und die Interaktion innerhalb der Band intensivieren. Dabei bewegt sich die Band frei zwischen harmonischen Melodien und scharf fokussierten Rhythmen. Einflüsse aus der elektronischen Musik klingen ebenso durch, wie der Stil von Bob Dylan und Joni Mitchell. 2010 hat Köster den Jazz-Echo gewonnen. Er spielt über 100 Konzerte im Jahr und unterrichtet Jazztrompete am Institut für Musik in Osnabrück.

"Das Schweizer Duo Andreas Schaerer und Lukas Niggli", erklärt Lessenich, "nimmt das Publikum auf eine musikalische Abenteuerreise mit ungewissem Ausgang mit". Die Schweizer Szene, da sind sich Heffels und Lessenich einig, ist neben Frankreich und Norwegen zu einer der interessantesten Jazzszenen Europas herangereift. Schaerer und Niggli zählen zur Schweizer Avantgarde. Stimmkünstler und Komponist Schaerer erregte Aufsehen mit seiner Band "Hildegard lernt fliegen", die bereits im Jazzklub zu Gast war. 2015 bekam er den Echo in der Kategorie "Sänger des Jahres international". Lukas Niggli beherrscht das Schlagzeug perfekt, er bewegt sich im Grenzbereich von Jazz, Neuer Musik und Rock. Ein breites musikalisches Spektrum, das von Jazzstandards bis hin zu experimentellen Klängen reicht: Man weiß nie genau, was passiert, aber garantiert wird es Jazz auf hohem Niveau sein.

Quelle: RP
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