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Krefeld
Zahl der Einbrüche um 53 Prozent gestiegen

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Krefeld. Während die Zahl der Einbruchsdelikte im vergangenen Jahr drastisch anstieg, sank die Aufklärungsquote noch deutlicher. Nur bei jedem zehnten Einbruch können die Beamten einen Tatverdächtigen präsentieren. Von Norbert Stirken

Die Einbruchskriminalität sitzt der Polizei in Krefeld wie ein unbequemer Stachel im Fleisch. Die Zahl der Einbrüche in der Stadt ist im vergangenen Jahr um unglaubliche 53 Prozent auf 1118 gestiegen, parallel sank die Aufklärungsquote von 27 auf 10,9 Prozent. Und zu allem Übel sind die Einbrecher auch noch erfolgreicher als in der Vergangenheit. Die Zahl der Fälle, bei denen es lediglich beim Versuch geblieben ist, ist nämlich rückläufig. Nur noch in 41,5 Prozent (statt 43,3) halfen technische Sicherheitsvorrichtungen, Wachhunde oder andere Umstände dabei, dass die Täter ohne Beute das Weite suchen mussten.

Polizeipräsident Rainer Furth teilte die Einbrecher gestern in unterschiedliche Gruppen ein. Die erste bestehe aus Personen, die überwiegend in Krefeld lebten und der Beschaffungskriminalität nachgingen, um beispielsweise ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Ander Gruppen seien sehr mobil, reisten über die Autobahnen ins Stadtgebiet und seien spezialisiert auf Tages- oder Nachteinbrüche, fokussierten sich auf Einfamilienhäuser oder Geschosswohnungsbau. Die Täter tauchten unter Umständen nur ein- bis zweimal in Krefeld auf, um anschließend in anderen Städten, Bundesländern oder sogar Ländern aktiv zu werden. "In diesen Fällen nutzen uns weder Täterbeschreibungen noch Fingerabdrücke viel", erklärte Furth.

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Ein offenes Geheimnis ist es, dass Täter aus Osteuropa eine Festnahme oder gar Verurteilung wenig scheuen. Der Umgang mit Tatverdächtigen ist in der Bundesrepublik rechtsstaatlich und wesentlich humaner als in den Herkunftsländern, heißt es aus Polizeikreisen. Die Vorstellung, mit mehr Polizeipräsenz sei an der Entwicklung der Einbruchskriminalität viel zu ändern, sei naiv, meinte der Polizeipräsident. Die Einbruchsziele würden ausspioniert und nach kurzer Zeit wüssten die Täter, wann der Bezirksbeamte in welchem Quartier seine Runde mache.

Insgesamt ist die Gesamtkriminalität in der Stadt leicht gesunken. 22.965 Fälle sind 325 weniger als im Vorjahr. Die meisten Straftaten werden aufgeklärt. 55,1 Prozent (2014: 56 Prozent). In allen Sparten blickt die Polizei auf einen rückläufigen Trend. Für die Gewaltkriminalität stehen die niedrigsten Zahlen seit zehn Jahren in der Statistik. Selbiges trifft für die Straßenkriminalität zu. Schon lange war es auf Krefelds Straßen nicht mehr so sicher wie im Moment. 22 Prozent weniger Tötungsdelikte, 25 Prozent weniger Raubüberfälle, 20 Prozent weniger Taschendiebstähle. Auch die Zahl der Fälle in der Jugendkriminalität ist rückläufig.

Ein Spezialgebiet ist die Internetkriminalität: Rund 80 Prozent der 785 Straftaten entfallen auf die unterschiedlichsten Betrugsarten. Waren- und Warenkreditbetrug machen alleine zwei Drittel der Fälle aus. In etwa 19 Prozent handelt es sich um Mobbing, Beleidigung und Bedrohungen. Die Verbreitung pornografischer Erzeugnisse macht 2,5 Prozent aus. Betrugsdelikte sind insgesamt im Aufwärtstrend: Statt 5371 Fälle stehen 5487 in der Statistik. Fast 85 Prozent konnten aufgeklärt werden. Unter den 9486 ermittelten Tatverdächtigen im vergangenen Jahr waren 6965 Männer und 2521 Frauen. 64,3 Prozent davon lebten in Krefeld, 22,5 Prozent im übrigen Nordrhein-Westfalen, 2,7 Prozent in anderen Bundesländern. Genauso groß ist der Anteil derer, die im Ausland leben. Die Quote für die Tatverdächtigen ohne festen Wohnsitz oder mit unbekannten Wohnsitz beträgt 7,8 Prozent.

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Erstaunlich ist, dass die Gruppe der Unter-21-Jährigen in derselben Häufigkeit Täter wie Opfer sind und dies in einem Maße, wie ihr Anteil an der Krefelder Gesamtbevölkerung ist - knapp 20 Prozent. Die 21- bis 60-Jährigen machen 52 Prozent der Krefelder Einwohner aus, sind knapp 75 Prozent Täter und auch Opfer. Anders die Senioren. Sie sind nur fünf Prozent Täter und Opfer, bei 28 Prozent Anteil.

Quelle: RP
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