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Krefeld
Zehn Jahre im Untergrund

Krefeld. Die Wirtsleute im Jazzkeller haben ihren Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Jazzkellers bleibt eine Bewirtung länger als eine Dekade "unter Tage": Jeanette Wolff und Bernard Bosil feiern morgen ihr Zehnjähriges. Und sie denken überhaupt nicht ans Aufhören. "Gastronomie in Verbindung mit einem abwechslungsreichen kulturellen Programm, das war unsere Vorstellung damals, und am Liebsten mit Musik, denn das ist unsere große Leidenschaft. Da war der Jazzkeller mit seiner langjährigen Geschichte wie ein Sechser im Lotto. Wir können uns hier ausleben und genießen den Kontakt zu den Künstlern und Stammgästen", sagt Bosil.

Im Sommer 2006 sah es fast so aus, als sei die ruhmreiche Ära des Jazzkellers zu Ende. Doch auch dieser Totgesagte lebte länger. Schon bald verkündete man die Neueröffnung und ging Schritt für Schritt daran, die guten Elemente der Jazzkeller-Tradition wiederzubeleben, und zugleich behutsam frische Akzente zu setzten. So konnten Wolff und Bosil zum Beispiel die Session-Reihe "Jazzattack" wieder in den Keller zurückholen und vielen anderen Veranstaltungen des Jazzklubs ein stilgerechtes Zuhause bieten. Als der Keller im zweiten Jahre der neuen Bewirtung sein 50-jähriges Jubiläum feierte, war er wieder so lebendig wie in seinen besten Zeiten und ist es seitdem - mit kleineren Ups and Downs - auch geblieben.

Und während früher alle Jazzkellerwirtsleute nach etwa zehn Jahren zurück ans Tageslicht wollten, haben Bernard Bosil und Jeanette Wolff gerade ihren Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert. Bis 2021 werden sie also da weitermachen, "wo das Niveau im Keller ist", und bis März 2017 steht sogar schon das Live-Musik-Programm. Aber erst mal wird gefeiert. Mehrere Dutzend Musiker haben sich streng inkognito verabredet, um sich für die Treue der Wirtsleute und des Publikums im "aufregendsten Keller am Niederrhein" zu bedanken - am 16. September ab 19 Uhr.

(mojo)
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