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Krefeld
Zoo hat ein Elefantenproblem

Die Elefanten im Krefelder Zoo sind ihre Ketten los
Die Elefanten im Krefelder Zoo sind ihre Ketten los FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Bis 2015 will der Zoo zwei neue Elefanten anschaffen. Zwischen 1 bis 1,5 Millionen Euro kostet der Umbau des Elefantenhauses für vier Kühe. Doch auch eine Abschaffung der zwei verbliebenen Elefanten wäre möglich. Der Aufsichtsrat plant jetzt die Gründung einer Stiftung. Von Sebastian Peters

Schon in wenigen Jahren sollen nach dem Wunsch des Zoo-Aufsichtsratschefs Joachim C. Heitmann (FDP) wieder vier Elefanten im Krefelder Zoo leben. Nach dem Weggang von Elefant Yhetoo nach Belfast sind dort die beiden Elefantendamen Mumptas Mahal und Rhena untergebracht. Eine Richtlinie des Bundesministeriums für Naturschutz (BfN) sieht allerdings vor, dass Zooelefanten mindestens in Viererherden gehalten werden. Heitmann: "Wir wollen mit Hilfe einer Stiftung bis zu 1,5 Millionen Euro für die Erweiterung des Großtierhauses sammeln." Nach RP-Informationen könnte der komplette Ausbau der Elefantenanlage sogar drei bis vier Millionen Euro kosten.

Richtlinie sieht vier Tiere vor

Seit 1971 werden Elefanten im Krefelder Zoo gehalten, 1977 wurde das Großtierhaus gebaut. Den neuen Richtlinien des Bundesministeriums für Naturschutz Ende der Neunziger hielt dieses Haus nicht mehr stand. Die Untere Landschaftsbehörde, die überprüft, ob die Bundesvorschriften eingehalten werden, erteilte eine zeitlich befristete Betriebsgenehmigung. Mit der Behörde muss der Zoo jetzt verhandeln. Zoochef Wolfgang Dreßen: "Wir werden in Gesprächen mit der Behörde nach einer einvernehmlichen Lösung suchen."

Heitmann will erreichen, dass die derzeitige Situation mit nur zwei Kühen bis 2015 gebilligt wird. 400 000 Euro hatte der Zoo im vergangenen Jahr schon für den Umbau des Elefantenhauses von Ketten- auf Boxenhaltung ausgegeben. Ein zusätzlicher Umbau würde zwei weitere Boxen ermöglichen, außerdem würde das Elefantengehege außen in Richtung Afrikawiese erweitert.

"Jetzt benötigen wir Zeit, um das Geld zusammen zu bekommen", sagt Joachim C. Heitmann. Wie bindend die BfN-Richtlinie ist, darüber streiten auch Experten. "Der Zoodirektor ist der Meinung, dass die Richtlinie nur für neue zu bauende Anlagen gilt", sagt Heitmann. Das bedeutet: Die Zoo GmbH wäre zunächst nicht im Zeitdruck, vorerst könnte es bei zwei Elefanten bleiben, die Richtlinie müsste ohnehin erst in ein Gesetz umgewandelt werden.

Plan B – ohne Elefanten

Hätte der Krefelder Zoo die 400 000 Euro für den bisherigen Umbau verschenkt, wenn die Stiftung die weiter nötigen 1,5 Millionen Euro nicht erreicht? Heitmann sagt: "Nein, wir haben die Boxen für die Elefanten so gebaut, dass im Falle der Abschaffung die Nashörner darin leben könnten." Es gibt also einen Plan B – einen ohne Elefanten.

Quelle: RP
 
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