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Krefeld
Zu Altweiber: Berliner im Test

Krefeld. Es ist nicht repräsentativ, aber doch aufschlussreich: Wenn sechs Esser Berliner testen und sich fragen, was gut, was nicht so gut aussieht und schmeckt. Wir haben sechs Berliner auf Teig und Füllung hin geprüft.

Sie gehören zu Karneval im Allgemeinen und Altweiber im Besonderen wie Hexenmasken oder Kamelle: Berliner. Doch ist es egal, wo man sie kauft? Sagt der Preis etwas über die Qualität aus? Sind kleine, alteingesessene Bäckereien oder große Ketten besser? Wir haben den Test gemacht und sechs Berliner verschiedener Hersteller verglichen. Preis, Aussehen und Geschmack waren die Kriterien. Klarer Sieger war die Bäckerei Ullrich, Schlusslicht "Backwerk". Interessant: Der Preis ist nicht unbedingt ein verlässliches Kriterium für Qualität.

Bei Geschmackstests gilt: Es kommt der Punkt, an dem man über Geschmack kaum noch streiten kann. Zucker zum Beispiel: Es gab Testesser, die viel Zucker auf dem Berliner mochten, und es gab jene, die nur eine süße Note wollten und es dem Ballen schon übelnahmen, wenn der Zucker deutlich kristallin war und zwischen den Zähnen knirschte. Oder das Aussehen: Fiel die Optik relativ dunkel aus wie bei unserem Exemplar von Backwerk, fiel das allen unangenehm auf - aber auch der Berliner der Bäckerei Krocker fiel zunächst nicht positiv auf, weil er der Hellste in der Runde war; geschmacklich aber hat Krocker überzeugt und angenehm überrascht - was man vom Backwerk-Berliner nicht sagen kann: Er schmeckte schmalzig-fettig, was allenthalben auf- und durchfiel. Auch bei der Füllung gingen die Geschmäcker auseinander. Es gab Testesser, die es gut fanden, wenn mit Kirsch- oder Himbeermarmelade dem Berliner eine säuerliche Note eingestiftet war. Sauer machte aber nicht immer lustig; auch süße Marmelade kam an. Überraschend war: Es gab Füllungen, die bunt, aber geschmacklich erstaunlich neutral waren. Nicht süß, nicht sauer - eine verschenkte Chance. Die Konsistenz war auch wichtig. Hier waren sich alle einig im Urteil. Fluffig ist sehr gut; zu fest (wie bei Backwerk) stößt eher ab; allzu weich darf ein Berliner aber auch nicht sein.

Unterm Strich bleibt natürlich manches Geschmacksache; fünf der sechs Berliner liegen dann ja auch relativ dicht beieinander. Einig war sich die Runde vor allem darin: Der Backwerk-Berliner fiel deutlich ab.

(svs/vo)
 
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