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Bombe am Grüner Dyk
Zünder war gefährlich - 1000 Krefelder mussten Wohnung verlassen

Blindgänger in Krefeld entschärft
Blindgänger in Krefeld entschärft FOTO: Strücken
Krefeld. Diese Entschärfung war kein Tagesgeschäft - wenn man davon überhaupt je reden kann: Der sogenannte Heckzünder der russischen Fünf-Zentner-Bombe war beschädigt. Alle Menschen im Umkreis von 250 Meter mussten ihre Wohnungen verlassen. Von Jens Voss

Auf einem Baugrundstück an der Straße Grüner Dyk ist gestern Nachmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden, die den Experten mehr Kopfzerbrechen bereitet hat als andere Funde: Der Zünder der sowjetischen Fünf-Zentner-Bombe war schwer beschädigt, teils abgerissen, teils verbogen. Damit war er unberechenbar. Als er schließlich um 20.51 Uhr nach dem Ausbau aus der Bombe aus Sicherheitsgründen kontrolliert vor Ort gesprengt wurde, war der Knall in der Abendstille noch kilometerweit zu hören und hat Anrufe besorgter Bürger bei Polizei und Feuerwehr ausgelöst.

Der Notruf ging gestern gegen 14 Uhr bei der Leitstelle der Feuerwehr ein. Ein Bagger hatte auf einem Baugrundstück eine Bombe freigelegt. Es handelte sich um eine 250 Kilogramm schwere russische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Feuerwehr alarmierte sämtliche verfügbaren Kräfte und den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes NRW.

Die Fachleute legten fest, dass in einem Radius von 250 Meter alle Bewohner ihre Häuser verlassen müssen - das waren nach Angaben der Polizei rund 1000 Menschen. In einem weiteren Radius von bis zu 500 Meter wurde "luftschutzmäßiges Verhalten" angeordnet; demnach mussten die Bewohner in ihren Wohnungen bleiben und die Fenster schließen. Davon waren noch einmal rund 3500 Personen betroffen. Die Feuerwehr überwachte die Evakuierung der Häuser, die Polizei sperrte den Gefahrenbereich großräumig ab.

Viele Anwohner hat der Bombenfund kalt erwischt. Gegen 19 Uhr standen an der Ecke Moerser Straße, Steckendorfer Straße Dutzende Menschen an den Absperrungen der Polizei und informierten per Telefon Angehörige, dass sie nicht in ihre Wohnung gelangen. Auf der Friedrich-Ebert-Straße entwickelte sich stadteinwärts kilometerlanger zähfließender Verkehr.

Ab 18 Uhr konnten die Bewohner des betroffenen Bereiches die Sporthalle der Mosaikschule an der Felbelstraße aufsuchen. Die Schule diente für den Zeitraum der Entschärfung als betreute Unterkunft. Die Behörden richteten einen Shuttle-Service zur Schule ein. Der Bus der SWK pendelt zwischen Felbelstraße, Humboldt- und Moerser Straße. Doch der Zeitplan der Entschärfung geriet gehörig durcheinander, weil die Evakuierung schleppend anlief. Bis etwa 19 Uhr waren nur 14 Personen evakuiert; "das ist ungewöhnlich", erläuterte ein Feuerwehrsprecher. Die für 19 Uhr angesetzte Entschärfung verzögerte sich. Gegen 20 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen; Polizei und Feuerwehr gaben den Bombenexperten grünes Licht, mit ihrer Arbeit zu beginnen. Sie konnte ohne Zwischenfälle beendet werden; ab 21 Uhr normalisierte sich das Leben rund um den Fundort der Bombe.

Quelle: RP
 
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