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Krefeld
Zukunft der Eishallen bleibt weiter offen

Krefeld: Zukunft der Eishallen bleibt weiter offen
Eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau der Rittberger- und der Rheinlandhalle wird es 2017 nicht geben. FOTO: TL
Krefeld. Sportausschussvorsitzender Marc Blondin (CDU) fordert eine enge Abstimmung zwischen Verwaltung und Politik. Von Joachim Niessen

CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Marc Blondin, der auch Vorsitzender des Krefelder Sportausschusses ist, hat sich "gegen öffentliche Vorfestlegungen von Verwaltung und Politik" mit Blick auf die Zukunft von Rheinlandhalle und Werner-Rittberger-Halle gewandt. Zunächst gelte es, das Gutachten des Ingenieurbüros Dr. Krieger aus Velbert "zu nehmen, wie es ist" und die darin enthaltenen "Feststellungen und Anregungen zu prüfen und auszuwerten", so Blondin. "Hilfreich wäre in diesem Zusammenhang eine enge Abstimmung zwischen den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und den Akteuren in der Politik." Pikant: Der CDU-Parteivorsitzende sprach sich dagegen aus, "immer gleich als erstes die Medien dazwischenzuschalten" und damit frühzeitig die Öffentlichkeit zu informieren.

Fakt ist, dass es eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau der Rittberger- und der Rheinlandhalle in diesem Jahr nicht geben wird. Das hatte Sportdezernent Thomas Visser bereits in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Parallel ist die Verwaltung auf der Suche nach einer "mobilen Eisfläche", die den Vereinen - mit Blick auf die gesperrte Rittbergerhalle - übergangsmäßig zur Verfügung gestellt werden kann. Die Hallen sind mehr als 60 Jahre alt, an beiden nagt der Zahn der Zeit. "Krefelder Vereine betreiben Eishockey, Eiskunstlauf und Eisstockschießen, die Eisflächen sind daher vor allem für den Amateurbereich dringend erforderlich", ergänzte Visser. Beide Hallen seien bisher stets zwischen sechs und 22 Uhr belegt gewesen. Dann kam das Problem um die defekte Ammoniakanlage in der Rittberger-Halle, die seit 2016 nicht mehr nutzbar ist und auch schon in den Jahren zuvor immer wieder aufgrund von Mängeln im Kühlsystem geschlossen werden musste. "Dessen Wände sind mittlerweile so dünn, dass es ohne Gefährdung nicht mehr betrieben werden kann", so Visser. Damit habe sich die Eisfläche für die entsprechenden Vereine quasi halbiert, was für die Amateure zu wenig sei.

Blondin warnte jetzt davor, "weitere Verunsicherung in den Krefelder Eissport" hineinzutragen: "Wir haben Mittel aus der Sportpauschale des Landes Nordrhein-Westfalen verwandt, um das Krieger-Gutachten in Auftrag zu geben. In diesem Büro arbeiten ausgewiesene Fachleute, die wirklich wissen, was sie tun. Das Gutachten stellt somit einen Arbeitsauftrag dar, auch und gerade an die Verwaltung. Es wäre falsch, es nun gleich wieder inhaltlich in Zweifel zu ziehen. Im Gegenteil: Wenn es Anhaltspunkte dafür enthält, bisherige Einschätzungen zu korrigieren, dann sollte das auch geschehen." Das Gutachten zur Bestandsbewertung der Eishallen hat einen hohen Sanierungs- sowie Modernisierungsbedarf ergeben. Allein für die Rheinlandhalle wurden Kosten in Höhe von über neun Millionen Euro ermittelt. Während die Verwaltung für Abriss und Neubau plädiert und mit Abnutzung und Alter argumentiert, haben die Experten des Velberter Architektur- und Ingenieurbüro Krieger festgestellt, dass nicht allein das Alter von 60 Betriebsjahren für den schlechten Zustand der Rheinlandhalle verantwortlich ist. Offenbar wurden 2012 bei der Befestigung der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) Schäden mit weitreichenden Folgen an der Dachfläche verursacht. Die Gutachter sprechen in dem Zusammenhang bei ihrer Auswertung unter anderem von "Feuchteunterwanderung", "nicht sanierbaren Schäden" und einer "ausgereizten Belastbarkeit" der Dachkonstruktion.

Deutlich anders als durch das Gutachterbüro lautet die Einschätzung der Krefelder Verwaltung. Hier sieht man weder Risiken noch Probleme bei der Durchführung von Wartung und Sicherung der Dachflächen. Auch einen ursächlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der Montage für die Unterkonstruktion der Photovoltaikanlage und Feuchteschäden in der Halle schließt die Verwaltung aus. CDU-Chef Blondin fordert jetzt, dass Entscheidungen "ohne schuldhafte Verzögerung, aber vor allem fundiert und sachgerecht getroffen werden" müssen.

Beim Stadtspaziergang der Grünen wurde der Elfrather See als möglicher Standort für den Neubau der beiden Hallen ins Gespräch gebracht. Das berichten die Pinguin-Supporters in ihrem Newsletter. Die Fan-Gemeinschaft ist Mitgesellschafter der Krefeld Pinguine.

Quelle: RP
 
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