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Krefeld
Zukunft des Seidenweberhauses: 120 Bürger diskutieren mit

Krefeld. Der erste Termin ist für den 20. Februar geplant. - Hinter dem Stadthaus entsteht ein großer Technikneubau. Von Jochen Lenzen

Knapp 20 externe und interne Fachleute aus den Bereichen Baukultur, Architektur, Städte- und Landschaftsbau sowie Immobilienentwicklung haben Mitte Oktober in einem ersten Teil eines Mediationsverfahrens die Gebäude auf dem Theaterplatz und dessen Umgebung unter die Lupe genommen und die Eindrücke von Potenzialen und Restriktionen in Workshops bearbeitet. Entstanden sind laut Verwaltung verschiedene Szenarien, die auf einen belebten und räumlich klar definierten Theaterplatz mit Anbindung an die City abzielen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sagte die Verwaltung den Fraktionen auf deren Bitten zu, ihnen diese Ergebnisse Anfang nächsten Jahres zukommen zu lassen.

In der Sitzungsvorlage über den Sachstand des Mediationsverfahrens und dessen weiteren Verlauf hat die Verwaltung generell darauf hingewiesen, dass der Theaterplatz von den Experten überwiegend als kultureller Schwerpunkt gesehen wurde, der über weitere Nutzungen wie Gastronomie, Hotel und Wohnen auch tagsüber eine Belebung erfahren könnte.

Der zweite Teil des Verfahrens - eine Beteiligung von Bürgern - besteht aus zwei Schritten. Zuerst sollen für eine Veranstaltung am Samstag, 20. Februar, (aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr als) 120 Bürger ins Glasfoyer des Theaters eingeladen werden, wobei in kleinen Gruppen in verschiedenen Räumen gezielt an Ideen und Szenarien gearbeitet werden soll. Die Gedanken der Experten sollen dabei als Anregungen und nicht als Vorgaben betrachtet werden. Vertreter aus Politik und Verwaltung sollen an dieser Bürgerwerkstatt nur beobachtend teilnehmen.

Die Ergebnisse dieser ersten Bürgerwerkstatt sollen Mitte bis Ende April in einem zweiten Schritt als Bürgerwerkstatt II aufbereitet und in der Mediothek ausgestellt werden. Alle Bürger sollen dann Gelegenheit haben, diese Ergebnisse eventuell auch auf den Internetseiten der Stadt zu kommentieren. Ein abschließender Entscheidungsvorschlag der Verwaltung soll in der Jahresmitte 2016 vorgelegt werden. Bezüglich der Zukunft des Seidenweberhauses, das noch bis Ende 2019 genutzt werden kann, stellte Jürgen Hengst (SPD) im Bauausschuss klar, dass die Entscheidung über Sanierung oder Abriss letztlich beim Stadtrat liege.

Unisono stimmte der Bauausschuss der Planung für ein neues Technik- und Dienstleistungszentrum (TDZ) hinter dem Stadthaus zu und setzte die Kosten fest. Für 11,5 Millionen Euro entsteht neben dem Stadtarchiv ein 75 Meter langer, zweigeschossiger Neubau für 95 Mitarbeiter. Der Bauantrag des Generalplaners RKW soll noch in diesem Monat gestellt werden. Parallel zum Neubau wird das Stadtarchiv bei laufendem Betrieb für 745.000 Euro modernisiert und erweitert. Wenn der TDZ-Neubau steht, wird die bestehende benachbarte Halle der Zentralen Dienste abgerissen, was mit 360.000 Euro zu Buche schlägt. Baudezernent Martin Linne wies ausdrücklich darauf hin, dass das gesamte Projekt von der Entscheidung unabhängig sei, ob das Stadthaus saniert wird oder nicht.

Einstimmig empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, der inneren und äußeren Instandsetzung der Museen Haus Lange/Haus Esters durch das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" zuzustimmen. Die Kosten für das Projekt, das sich von 2016 bis 2018 erstrecken wird, belaufen sich auf rund eine Million Euro, wovon der Bund zwei Drittel zuschießt. Während der Innenarbeiten sollen die Häuser 2018 über einen längeren Zeitraum geschlossen werden.

Quelle: RP
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