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Krefeld
Zum Advent ein Cello für Lilith

Krefeld: Zum Advent ein Cello für Lilith
Dieses 120 Jahre vogtländische Cello ist ein Geschenk an die Musikschule, es ist ein kleines Instrument, ein sogenanntes 3/4-Cello, das von Kindern im Alter zwischen 10 und 13 gespeilt wird. Lilith Grüttert wird es die nächste Zeit spielen. FOTO: Jp
Krefeld. Für ein ganz besonderes Geschenk bedankt sich das Ensemble Cellissimo am Mittwoch mit einem Konzert. Eine Krefelderin stiftet der Musikschule ein rund 120 Jahre altes Vogtländer Instrument. Von Petra Diederichs

Manche Wunder passieren so unerwartet, dass man sie fast übersieht. Julia Polziehn, Cellistin und Musiklehrerin, hat sich nur kurz über eine Mail einer Unbekannten gewundert - und sie dann schnell gelöscht. "Der Inhalt war seltsam formuliert, und ich hatte Sorge, mir ein Computervirus einzufangen", erzählt sie. Zum Glück blieb die Absenderin am Ball. Einige Zeit später meldete sie sich per Telefon - und Julia Polziehn hörte, was sie kaum glauben konnte: Die Krefelderin Lesley Bischof wollte ein Cello finanzieren für ein junges Talent. Das war vor einem halben Jahr. Am Mittwoch, 13. Dezember, erhält die Musikschule das Geschenk: ein altdeutsches 3/4-Violoncello. Die zehnjährige Lilith Grüttert wird das Instrument spielen - und sich mit romantischer Musik in einem öffentlichen Konzert in der Musikschule bei der Spenderin bedanken. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Die Vorgeschichte: Die Spenderin ist begeisterte Konzertgängerin. Die Arbeit von Julia Polziehn mit dem Cello-Ensemble "Cellissimo" hat sie derart beeindruckt, dass sie den Wunsch hatte, sie zu unterstützen und ein begabtes Kind konkret zu fördern. Der Krefelder Instrumentenbauer Andreas Nonn wurde mit der Suche nach einem geeigneten Cello betraut. Er fand ein etwa 120 Jahre altes vogtländisches Instrument, das, wie er sagt, "perfekt zum Klang des Ensembles Cellissimo" passt.

Das Instrument hat einen Corpus aus Ahorn, die Decke ist aus Fichte. Aber es ist viele Jahre nicht gespielt worden. "Holz arbeitet in unterschiedliche Richtungen. Da bauen sich Spannungen auf", sagt der Instrumentenbauer. Deshalb waren aufwändige Restaurierungen notwendig. "Der Hals war schief und musste neu gesetzt werden", sagt er. Und eigentlich ist es noch eine schlummernde Klangschönheit. "Wenn Instrumente, die lange nicht mehr gespielt wurden, wieder regelmäßig gespielt wird, dann gehen sie auf und werden quasi zu neuem Leben erweckt", erklärt Cello-Expertin Julia Polziehn. Lilith mit ihren zehn Jahren wird noch gute zwei bis drei Jahre auf dem kleineren 3/4-Instrument musizieren, bis sie zu einem großen Cello wechselt und das Vogtländer Streichinstrument einen neuen Partner bekommt. "Das ist ein wunderbares und sehr wertvolles Geschenk", sagt Polziehn. Instrumente dieser Güte kosten ab 4000 bis 6000 Euro. "Nach oben gibt es keine Grenze".

Konzert der Streicherabteilung der Musikschule mit romantischer Musik für Violoncello und Klavier und feierlicher Übergabe des Instruments am Mittwoch, 13. Dezember, 18 Uhr, im Orchestersaal der Musikschule, Uerdinger Straße 500. Es erklingen Werke von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Schumann. Eintritt frei.

Quelle: RP
 
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