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Krefeld
Zwangsruhestand für Zorn sorgt für Unruhe in Thomas-Morus-Gemeinde

Krefeld. GdG-Leiter Pfarrer Jansen aus Hüls verteidigt die Entscheidung des Bischofs. Das Bistum Aachen bietet Mitarbeitern der Gemeinde Gespräche an.

Traurig und tragisch, aber in der Sache nachvollziehbar: Pfarrer Paul Jansen hat als Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Krefeld Nordwest die Entscheidung von Bischof Mussinghof verteidigt, Pfarrer Günter Zorn in den Ruhestand zu versetzen. "Das ist tragisch und traurig, aber der Bischof hat auch eine Verantwortung für das Ganze", sagte er gestern auf Anfrage. In der St.-Thomas-Morus-Gemeinde ist die Entscheidung mit Unruhe aufgenommen worden: Rolf-Bernd Hechler, früheres Kirchenvorstandsmitglied, hat sich in einem Protestbrief an das Bistum Aachen gewandt. Das Bistum ist bemüht, die Wogen zu glätten, und wirbt um Verständnis für sein Vorgehen. Aachen wirft Zorn vor, die Gemeindereform nicht mitgetragen und den Leiter der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit, Pfarrer Obst, nicht anerkannt zu haben.

Jansen betonte, dass es keine Beschwerde aus Krefeld über Zorn gegeben habe; vielmehr habe das Bistum den Teambildungsprozess innerhalb der GdG begleitet und sei dann zu dem Urteil gekommen, dass Zorn "weder kooperationsbereit noch kooperationsfähig" sei. "Ich kann die Entscheidung des Bischofs nachvollziehen", sagte Jansen, "die Zukunft ist schwierig für uns als Kirche, wir müssen uns neu aufstellen." Die GdG Nordwest besteht aus der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit mit den Gemeinden St. Thomas Morus, St. Anna und St. Elisabeth von Thüringen sowie der Hülser Pfarrei St. Cyriakus; GdG-Leiter der Hülser Paul Jansen.

Pfarrer Zorn habe in der Thomas-Morus-Gemeinde großen Rückhalt, berichtet Ex-Kirchenvorstand Hechler. Er hat dem Bistum gegenüber kritisiert, dass Zorn "auf beschämende Art" suspendiert worden sei. Hechler betonte aber auch, dass das Bistum ihm rasch geantwortet hat. "Ihre Enttäuschung nehme ich ernst", schreibt demnach Generalvikar Andreas Frick, "unserem Bischof ist nach vielen Gesprächskontakten mit allen Beteiligten die Ruhestandsversetzung von Pfarrer Zorn nicht leicht gefallen, zumal wir als Bistum um seine seelsorglichen Verdienste wissen und sie anerkennen." Er, Frick, stehe Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen für Gespräche zur Verfügung. "Ein gemeinsames Ziel aller Beteiligten sollte sein, Pfarrer Zorn einen würdigen Abschied in St. Thomas Morus zu bereiten." Schließlich appelliert Frick: "In die Zukunft schauend, bitte ich um aktive Unterstützung des pfarrlichen Lebens unter der Leitung von Pfarrer Dr. Thorsten Obst."

(vo)
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