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Krefeld
Zwei Blitzeinschläge sind genug

Krefeld: Zwei Blitzeinschläge sind genug
FOTO: thomas lammertz
Krefeld. Die Hülser Pfarrkirche bekommt eine Blitzschutzanlage, die im Bistum bisher nur am Aachener Dom installiert wurde. Im nächsten Jahr geht es dann an die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden in der Kirche. Von Jochen Lenzen

Zweimal war in den beiden vergangenen Jahren der Blitz in die Pfarrkiche St. Cyriakus eingeschlagen und hatte, wie berichtet, die Steuerungsanlagen der Turmuhr, der Glocken und der Liederanzeige zerstört. Die Schäden sind bekanntlich behoben, "doch dann hat sich im vergangenen Jahr die Versicherung gemeldet und vorbeugende Maßnahmen gefordert, damit das nicht noch einmal passiert", sagt Pastor Paul Jansen. Seit Montag steht ein riesiger Kran vor der Kirche, mit dessen Hilfe die Arbeiten zur Installation einer neuen Blitzschutzanlage in Angriff genommnen werden.

Die Gemeinde hatte das Problem schon im Frühjahr angehen wollen, doch dem standen im März die brütenden Turmfalken entgegen, die vor Juli nicht gestört werden durften, berichtet der Pfarrer und kommentiert das in der ihm eigenen Art: "Wenn die Bude abbrennt, haben die Falken auch Probleme."

Seit Sommer durfte aber dann die Krefelder Fachfirma Wettingfeld tätig werden. Im August begutachtete sie die Schäden und erarbeitete ein Konzept nach dem so genannten Blitzkugelverfahren von Professor Kern von der Fachhochschule Jülich, das im Oktober fertig war. Dieses Blitzschutzverfahren, das rund 80 Prozent der früher üblicherweise verlegten Leitungen überflüssig macht, sei im Bistum bisher nur am Aachener Dom angewandt worden, erläutert Projektleiter Guido Berndt. Die Kosten für die neue Blitzschutzanlage aus acht Millimeter dicken Aluminiumleitungen beziffert Pfarrer Jansen auf gut 70.000 Euro, wovon 43.000 Euro aus Kirchensteuermitteln kommen.

Die nunmehr überflüssigen, ebenfalls acht Millimeter Durchmesser umfassenden Leitungen aus Stahl und Kupfer haben im Fall der Cyriakus-Kirche eine Gesamtlänge von rund 400 Metern. Vergangene Woche haben daher zwei Mitarbeiter der Kasseler Firma "Seilkonzept" die Arbeit aufgenommen, um diese Leitungen, die zumeist auf dem Dach der Kirche liegen, zu entfernen und Reparaturen am Dach vorzunehmen.

Nachdem die neue Blitzschutzanlage installiert sein wird, beginnen Anfang nächsten Jahres weitere Arbeiten, um Undichtigkeiten am Dach und am Boden des Kirchengebäudes zu beheben. "Seit zwei Jahren sind die Feuchtigkeitsschäden sichtbar. Auf dem Dach müssen alle 22 Wasserableitungen untersucht und teils erneuert werden, und am Boden sind undichte Abflussrohre zu erneuern", sagt Jansen.

Die Kosten inklusive der Blitzschutzanlage schätzt er auf 250.000 Euro, wovon die Gemeinde rund 40 Prozent aufzubringen habe. Mitte nächsten Jahres sollten die Arbeiten komplett beendet sein.

Quelle: RP
 
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