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Jugendliche in Krefeld
Zwei Jungs beschweren sich über die Zustände in Forstwald

Forstwald: Zwei Jungs haben sich ein Herz gefasst
Forstwald: Zwei Jungs haben sich ein Herz gefasst FOTO: Carola Puvogel
Krefeld. In Forstwald gibt es keinen Treffpunkt für Jugendliche. In der Hauptversammlung des Bürgervereins sind der 15-jährige Benedict Jansen und Florian Burk (14) jetzt ans Mikro getreten, um sich für ihr Anliegen stark zu machen.

"Es gibt keinen Platz, an dem wir uns im Forstwald treffen können. Für den Spielplatz sind wir zu alt und werden verjagt. Es gibt einen Schulhof mit Basketballkorb, aber da dürfen wir nicht drauf. Es gibt einen Sportplatz, aber der ist immer abgeschlossen. Und wenn wir im Wald BMX-Rad fahren, uns dort Rampen bauen, drohen uns Spaziergänger damit, die Polizei zu rufen", berichten beide. Nachdem sie ihr Anliegen vorgetragen hatten, sind sie zur Vorstandssitzung eingeladen worden.

Sie wollen sich an der frischen Luft bewegen, BMX-Rad fahren und Sprünge üben, im Wald austoben, kicken, mit Freunden treffen. Doch im gesamten Forstwald mit allein 120 Hektar Waldfläche gibt es keinen Ort, an dem die Jugendlichen erwünscht sind. Das erzählen Benedict Jansen (15) und Florian Burk (14). Um auf ihr Problem aufmerksam zu machen, haben die Jungen jetzt einen für ihr Alter ungewöhnlichen und mutigen Weg gewählt: Benedict und Florian sind zur Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Forstwald gegangen, haben sich dort unter dem Tagesordnungspunkt "Fragen und Anregungen" zu Wort gemeldet und den Vorstand um Unterstützung gebeten.

Bis vor kurzem, berichten die Jungen in der Versammlung, haben sich die beiden begeisterten BMX-Fahrer mit ihren Freunden, alles Jungen im Alter von elf bis 15, an den so genannten Hexenkuhlen getroffen. "Wir sind dort immer gefahren, von klein auf", sagt Benedict, der auch nebenan wohnt. "Aber Anfang Mai war das Gelände plötzlich planiert. Die Rampen, die wir uns gebaut hatten, einfach weg." Ein trauriger Tag für die Biker. "Ein Nachbarjunge", erzählt Benedicts Vater Markus Jansen, "kam nach Hause und hat richtig geweint."

Die Verwaltung, bestätigt Stadtförster Arno Schönfeld-Simon, an dem Abend als Referent in der Hauptversammlung zu Gast, sei zu der Erkenntnis gekommen, dass die Löcher und Rampen eine Gefahr für die Kita-Waldgruppe sei, die das Areal auch nutzt. Radfahren, so der Förster, sei dort verboten.

Die Jugendlichen sind enttäuscht. Und ratlos. "Es gibt keinen Platz, an dem wir uns im Forstwald treffen können. Für den Spielplatz sind wir zu alt und werden verjagt. Es gibt einen Schulhof mit Basketballkorb, aber da dürfen wir nicht drauf. Es gibt einen Sportplatz, aber der ist immer abgeschlossen. Und wenn wir im Wald BMX-Rad fahren, uns dort Rampen bauen, drohen uns Spaziergänger damit, die Polizei zu rufen", sagt Florian. Irgendwer habe immer irgendwas zu meckern. "Dabei nehmen wir sogar immer unseren Müll wieder mit und sammeln noch den von anderen auf", sagt Benedict. Zwar hat Schönfeld-Simon den Jungen erklärt, sie dürften die Landwehr am Pilgerkreuz für ihre BMX-Akrobatik nutzen. "Aber da sind eben auch viele Spaziergänger und die fühlen sich gestört", erzählt Benedict. "Das Neueste ist, dass angeblich sogar das Quietschen von unseren Fahrradbremsen zu laut ist."

Ihre Idee, für die sie den Bürgerverein jetzt um Unterstützung gebeten haben: Ein alter, verwilderter Bolzplatz in der Nähe des Tennisclubs könnte wieder hergerichtet werden und den Freunden als Treffpunkt dienen. "Wir haben uns überlegt, dass es am besten ist, wenn wir unser Problem ruhig besprechen", sagt Benedict, Schüler des Michael-Ende-Gymnasiums. "Aber wir möchten wirklich gern mal eine Antwort hören auf die Frage 'Wo dürfen wir hin?'." Der alte Bolzplatz sei von der Lage her ideal, meinen die Jungs. "Dort könnten wir uns treffen, mal Musik hören und würden niemanden stören."

Allerdings steht auf dem Gelände aktuell vor allem mannshohes Gestrüpp. Zwei morsche Balken zeigen noch an, wo mal das Tor gewesen ist. Stachelige Ranken versperren den Zugang. Dennoch träumen die Jungs davon, was hier mal entstehen könnte: vielleicht eine Fläche mit Rindenmulch, ein paar Bänke oder sogar ein Unterstand. Und vielleicht die Chance, sich eine Rampe für BMX-Tricks zu bauen.

Ihre Courage, bei der Hauptversammlung zu sprechen, wird jetzt erst mal mit einer Einladung zur Vorstandssitzung des Bürgervereins belohnt. "Der Mut der Jungen, hier ans Mikro zu gehen, ist toll", sagt Bürgervereins-Vorsitzender Michael Gobbers noch während der Sitzung. Und: "Wir werden versuchen, zu helfen und euch Türen zu öffnen."

Quelle: RP
 
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