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Kreis Heinsberg
2000 Gästeführungen in zehn Jahren stehen für Qualität

Kreis Heinsberg: 2000 Gästeführungen in zehn Jahren stehen für Qualität
Landrat Pusch und HTS-Geschäftsführerin Thiel gratulierten den (anwesenden) Gästeführerinnen (v.l.) Anita Paulißen, Brigitte Gerades-Wimmers, Berti Davids-Heinrichs, Kuni Bürstens, Claudia Krings-Sausen, Therese Wasch. FOTO: Heldens
Kreis Heinsberg. Der Verein der Gästeführerinnen "Westblicke" feierte in Heinsberg-Horst ein kleines Jubiläum. Am Beginn der Aktivitäten stand ein Frauenförderprojekt. Von Philipp Schaffranek

Diese Zahlen sprechen für sich: Bei etwa 2000 Führungen haben die Gästeführerinnen des Vereins "Westblicke" über 35.000 Menschen die Geschichte im Kreis Heinsberg erklärt. Und das in zehn Jahren. 2016 feiern die zurzeit acht Gästeführerinnen dieses kleine Jubiläum.

Niemals hätte Brigitte Geradts-Wimmers gedacht, dass sie einmal Touristen bei einer Bustour durch ihre Heimatregion, den Selfkant, begleiten würde. Mit einem solchen Erfolg hätten die Gästeführerinnen nicht gerechnet. "Sie leisten eine wichtige Aufgabe für den Kreis Heinsberg", sagte Landrat Stephan Pusch, der sich gleichzeitig in seiner Funktion als Vorsitzender des Heinsberger Tourist-Service (HTS) bei den Frauen bedankte. Die Gästeführerinnen machten Geschichte lebendig. Durch ihre Arbeit seien sie "Botschafter des Kreises Heinsberg", sagte Pusch.

Zum Jubiläum schenkte der HTS den Frauen gemeinsam mit der VHS ein Kommunikationstraining zur Fortbildung. Denn das gehört für die Gästeführerinnen dazu. Weil der Verein "Westblicke" Mitglied im Bundesverband der Gästeführer ist, müssen die Frauen sich immer weiterbilden. Alle acht sind zertifizierte Gästeführerinnen. Vor zehn Jahren machten die Frauen ihre Grundausbildung.

Zu Beginn der Geschichte des Vereins stand eine Ausschreibung des HTS. Durch Mittel aus einem Fördertopf für den Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben des Landes NRW, in den auch EU-Gelder einflossen, finanzierte der HTS die Ausbildung der Gästeführerinnen. Dass das Fördergeld für Frauen war, erklärt, warum der Verein "Westblicke" nur aus Frauen besteht. Jetzt arbeiten die Frauen freiberuflich als Gästeführer neben ihren anderen Tätigkeiten.

"Damals waren viele Menschen beteiligt", erinnerte sich HTS-Geschäftsführerin Patricia Thiel an die Entstehung der "Westblicke". Unter anderem in Kooperation mit der Volkshochschule wurden die Frauen geschult. Sie lernten den Umgang mit Gästen und machten Erste-Hilfe Kurse. Die Historikerin Dr. Mechthild Isenmann, die momentan an einem Forschungsprojekt für die Universität Leipzig arbeitet, brachte die Frauen geschichtlich auf den neusten Stand. "Das hat damals sehr viel Spaß gemacht", sagte Isenmann. Denn die Frauen seien sehr wissbegierig gewesen.

Auf Grundlage der damaligen Ausbildung arbeiten die Gästeführerinnen noch immer. Sie bieten Führungen etwa über Wassenberg im Mittelalter an oder märchenhafte Radtouren, aber auch Industriegeschichte kommt zum Zuge. Ein Höhepunkt war die Zusammenarbeit mit dem WDR, mit dem die Gästeführerinnen Wandertage und Radtouren im Kreis organisierten.

Als einen Wermutstropfen sehen die Frauen den fehlenden Nachwuchs. Der hohe Arbeitsaufwand und die Kosten schrecken offenbar so manche Interessierte ab.

Quelle: RP
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