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Hückelhoven
A 46/B 56n-Lückenschluss ist in Sicht

Hückelhoven: A 46/B 56n-Lückenschluss ist in Sicht
Der Bereich, wo die Autobahn 46 vor Heinsberg über eine Brücke mit der schon fertigen B 56n verbunden wird, ist derzeit noch Großbaustelle. Die B 221 aus Richtung Geilenkirchen (oben) wird später unter der Brücke weiter Richtung Heinsberg verlaufen. Die Trasse ist schon sichtbar. FOTO: Uwe Heldens
Hückelhoven. Aus dem Kreis Heinsberg wird man bald um einiges zügiger auf die niederländische Autobahn 2 kommen. Die B 56neu, die die A 46 mit den Niederlanden verbinden soll, ist fast fertig. Die Verbindung an der B 221 ist noch Großbaustelle. Von Willi Spichartz

Selbst für Hückelhovener wird sich ab Frühjahr 2017 die Fahrtzeit mit dem Auto bis zur Noord-Holland-Küste bei Alkmaar um eine Viertelstunde verkürzen. Die Überzeugung vertritt jemand, der es wirklich wissen muss: Markus Reul, Projektleiter des ausführenden Landesbetriebs Straßen NRW (LBS NRW) der Bundesstraße 56n (neu), die die Autobahn 46 von der B 221 bei Janses Mattes zwischen Geilenkirchen und Heinsberg bis an die niederländische Grenze verlängert.

Dort ist der Anschluss an die niederländische Autobahn 2 bereits seit Jahren fertig. Von Hückelhoven/Erkelenz aus gesehen liegt die holländische Nordseeküste im Nordwesten, man fährt über Wassenberg und durch Roermond zur Auffahrt Nederweert der A2. Nutzt man ab nächstem Jahr die B 56n, fährt man zunächst Richtung Südwesten, was wie ein Umweg wirkt.

Die zeitverkürzende Wirkung rührt daher, dass man eine Schnellstraße ohne Ortsdurchfahrten nutzt. Markus Reul geht davon aus, dass die Navi- und Routenplaner-Systeme im Internet die neue Trasse B 56n praktisch zeitgleich mit ihrer Freigabe 2017 eingelesen haben, damit sind Vergleiche der Fahrzeiten direkt möglich.

Am 17. Dezember 1979 wurde die Freigabe groß gefeiert. In der Bildmitte ist der damalige Oberkreisdirektor Dr. Leo Thönnissen im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Karl Fell, links (mit Hut) Stadtdirektor Johannes Bürger, eingerahmt von der Bergkapelle Sophia-Jacoba. FOTO: Schophoven

Eine riesige Baustelle präsentiert sich derzeit noch am Anknüpfungspunkt bei Janses Mattes, was allerdings nicht verwundert, denn die B 56n ist ohnehin das größte Straßenbauprojekt des Jahrhunderts im Kreis mit seinen 18 Kilometern Länge und einem Kostenaufwand von 85 Millionen Euro. Als Einzelprojekt sogar das größte jemals im Kreis überhaupt, gefolgt von der A 46 von der Kreisgrenze über Erkelenz bis zur Auffahrt Hückelhoven-Ost mit rund 13 Kilometern, die 1979 fertiggestellt wurde.

Eigentlich hätte der Verkehr schon auf der neuen Trasse laufen sollen, es hat aber anderthalb Jahre Verzögerung gegeben, weil ein Bauunternehmen sich bei der Vergabe der Brücke über die B 221 benachteiligt fühlte und Beschwerde bei der Bezirksregierung einlegte (unsere Redaktion berichtete).

Bis zum Entscheid durfte mit dem Brückenbau nicht begonnen werden - die Beschwerde wurde aber abgewiesen, wie Markus Reul erläuterte.

Ansonsten läuft alles nach Plan, die Trasse selbst ist von der Landesgrenze bis zur B 221 fertig, am Bahnhof Schierwaldenrath nähern sich aufwändige Brückenbauarbeiten auch ihrem Ende. Hier war eine besondere (auch teurere) Brückenbreite erforderlich, um die Schienenstränge der Historischen Selfkanteisenbahn neben der Kreisstraße 3 über die B 56n bringen zu können.

Bei Janses Mattes wird die B221 tiefer gelegt, die B 56n also übergeführt. Derzeit bearbeiten Markus Reul und seine Kollegen in Mönchengladbach die Ausschreibungen für die Fahrbahnmarkierung und die "Schutzplanken" (Leitplanken). In Arbeit sind die Ausschreibungen für die Beschilderungen auf der neuen Trasse und auch die für alle Straßen, die zur B 56n hinführen, sogar überregional. Man will Suchverkehre durch die Ortschaften entlang der neuen Trasse möglichst vermeiden. Wenn alles normal läuft, ist alles zur Freigabe fertig, sagt Markus Reul.

Frankreich-Fahrer, die die mautgebundenen Autobahnen vermeiden, kennen die dreistreifigen Nationalstraßen, die eine Spur in jede Richtung und eine in der Mitte zum wechselseitigen Überholen haben. So ist die B 56n auch gestaltet, an den Auffahrten ist sie sogar vierspurig. Das Bauprogramm hat auch eine ökologische Seite, indem das Niederschlagswasser zur Versickerung seitlich abgeleitet wird, ein Teil geht in den Saeffelbach, der im Übrigen am Schierwaldenrather Bahnhof per Brücke über die B 56n geleitet wird.

Markus Reul geht davon aus, dass auch der gesetzte Kostenrahmen von 85 Millionen Euro eingehalten wird, 82 Millionen trägt der Bund.

Darin enthalten sind fünf Anschlussstellen und 25 Bauwerke, in erster Linie Brücken. Alles in allem also ein EU-Brückenschlag ohne Gefahr von N-Exit oder D-Exit.

Quelle: RP
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