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Kreis Heinsberg
Alzheimertage 21.9. bis 7.10.

Kreis Heinsberg. "Alt und Jung bewegt Demenz" lautet das Motto der Alzheimertage im Kreis Heinsberg 2016. Viele Informations- und Mitmachangebote wollen Bürger zu einem bedachten Umgang mit dem Thema Demenz anregen und für Menschen mit Einschränkungen in unserer Mitte sensibel machen. Bewegung kann ein Mittel dazu sein. Die Auftaktveranstaltung am Welt-Alzheimer Tag, 21. September, in Erkelenz ist offen für Jung und Alt. Von Angelika Hahn

Rund 5000 Menschen im Kreis Heinsberg sind heute schon von Demenz betroffen, und angesichts der demografischen Entwicklung in der Region wird sich die Zahl wohl noch erheblich erhöhen. "Wir werden mit dem Thema Demenz-Erkrankungen und Alzheimer leben müssen", sagte denn auch Wolfgang Sommer, Psychiatriefacharzt beim Kreis-Gesundheitsamt und Vorstandsmitglied der Alzheimer-Gesellschaft im Kreisgebiet, bei der Vorstellung des Programms der Alzheimertage 2016.

Vom 21. September, dem Welt-Alzheimertag, bis zum 7. Oktober beschäftigen sich wieder viele Veranstalter im Kreis Heinsberg mit dem Thema oder organisieren Angebote für betroffene Menschen und vor allem für auch für Angehörige und Familien. Aber auch Vereinswesen und Geschäftswelt nehmen die Organisatoren in den Blick, wollen aufmerksam machen auf eine Gruppe, die bislang eher weniger bei den vielfältigen Forderungen nach Inklusion in den Blick kommt.

Denn immer mehr alte Menschen mit Demenz und geistigen Beeinträchtigungen bewegen sich in der Öffentlichkeit, sorgen mit möglicherweise für Außenstehende merkwürdigem Verhalten für Aufsehen - indem sie etwa im Supermarkt ungewöhnlich viele Pakete Butter in den Wagen laden, vermeintlich "aus Vorsorge", oder in Vereinen und Gesellschaft Erinnerungslücken offenbaren und unwirsch reagieren. Wie gehen Außenstehende sensibel und passend mit diesen Betroffenen um? Unter anderem dieses Verständnis für Demenz ist ein zentrales Thema der Alzheimertage. Aber auch Bewegung kann Barrieren überwinden helfen.

Seit 2004 gibt es, zuletzt im Zwei-Jahres-Rhythmus, die Alzheimertage im Kreis Heinsberg. Als Veranstalter haben sich auch in diesem Jahr wieder die Stabsstelle Demographischer Wandel und das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg mit dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel zusammengetan, unterstützt von der Alzheimer-Gesellschaft des Kreises Heinsberg, die auch die große Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 21. September, 17 bis 19 Uhr, in der Stadthalle Erkelenz organisiert. In vielen Alteneinrichtungen im Kreisgebiet finden in den Folgetagen Veranstaltungen statt, die Faltblätter auflisten, die jetzt in vielen öffentlichen Einrichtungen, in den Rathäusern und im Kreishaus ausliegen.

Die Auftaktveranstaltung wendet sich bewusst in populärwissenschaftlicher Sprache an alle interessierten Bürger. Über Demenzerkrankungen und Aktuelles zu Diagnostik und Therapie informiert unter anderem Dr. Michael Plum, Ärztlicher Leiter des Psychiatrischen Krankenhauses Gangelt (ViaNobis GmbH), der auch Vorsitzender der Alzheimergesellschaft im Kreis ist. Das Thema "Alleinleben mit Demenz" umreißen zwei auf den Alltag mit Alzheimer-Demenz bezogene kurze Filmbeiträge der Alzheimer Gesellschaft, die das Demenz-Servicezentrum Aachen beisteuert.

Dass Menschen mit Demenz auch Sport treiben können und es tun sollten, beleuchtet anschließend Matthias Vonderbank vom Kreissportbund Heinsberg. Die Tanzgruppe der DJK Wassenberg unterhält mit zwei Auftritten. Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, moderiert die Veranstaltung, bei der sich die Teilnehmer zudem an vielen Info-Ständen im Stadthallen-Foyer über Demenzangebote von Einrichtungen im Kreis Heinsberg informieren können.

Als große Herausforderung in Zukunft bezeichnete Feldhoff die Vorsorge für ältere, auch von Demenz betroffene Menschen im Kreisgebiet, bei der es, wie Wilhelm Schulze von der Stabsstelle Demographischer Wandel hinzufügte, auch auf intakte Nachbarschaften und vielfältige ambulante Hilfsangebote ankommt, damit Menschen auch mit Einschränkungen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Quelle: RP
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