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Kreis Heinsberg/Berlin
Appelle: Belgische Reaktorblöcke stilllegen

Kreis Heinsberg/Berlin. CDU-Bundestagsabgeordnete der Region und Ev. Kirchenkreis sehen Risiken fürs Aachener Land.

Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (Aachen Land), Rudolf Henke (Aachen Stadt), Thomas Rachel (Kreis Düren), Wilfried Oellers (Kreis Heinsberg) und Detlef Seif (Kreis Euskirchen) an die Ministerin für Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung in Belgien, Marie Christine Marghem, und an die Bundesministerin für Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks, gewandt und ein Umdenken der belgischen Atomaufsicht FANC gefordert. Die Christdemokraten sehen mit dem Wiederanfahren der belgischen Reaktorblöcke Tihange 2 und Doel 3 ein zu großes Sicherheitsrisiko für die Bürgerinnen und Bürger der naheliegenden Städteregion Aachen und der Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg.

Bereits seit März 2014 seien die Reaktorblöcke Tihange 2 bei Lüttich und Doel 3 bei Antwerpen aufgrund zahlreicher Risse in den Druckbehältern abgeschaltet. Trotz nachweislicher Risse in den Druckbehältern, die die Sicherheit der Reaktorblöcke beeinträchtigen würden, habe die belgische Atomaufsicht FANC nun ein Wiederanfahren von Tihange 2 und Doel 3 erlaubt, zeigen sich Helmut Brandt MdB (CDU) und Rudolf Henke MdB (CDU) besorgt. Das Königreich Belgien habe 2003 beschlossen, bis 2025 aus der Atomkraft auszusteigen. Die Entscheidung der belgischen Regierung sehe ein Verbot von AKW-Neubauten vor und eine maximal 40-jährige Betriebsdauer der bestehenden AKW. Im Hinblick auf die dauerhaft bestehenden Unsicherheiten sowie Risiken der Reaktorblöcke Tihange 2 und Doel 3 sei es wichtig, den geplanten Atomausstieg von Seiten der belgischen Regierung voranzutreiben, so Thomas Rachel, Wilfried Oellers und Detlef Seif weiter.

Der Reaktorblock Tihange 2 liegt nur 60 Kilometer von Aachen entfernt. Auch Doel 3 befindet sich mit nur 150 Kilometer Entfernung in unmittelbarer Nähe zu Aachen. Die Christdemokraten forderten die belgische Umweltministerin Marie Christine Marghem auf, sich für die Sicherheit der belgischen und deutschen Bevölkerung einzusetzen und die Reaktoren am 15. Dezember nicht wieder anzufahren. Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks wird aufgefordert, sich unmittelbar mit ihrer Amtskollegin für ein unverzügliches Stilllegen der Kernkraftwerke an den Standorten Doel und Tihange einzusetzen.

Bei seiner Kreissynode in Erkelenz hatte auch der Evangelische Kirchenkreis Jülich eine Resolution gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktorblöcke verabschiedet. "Wir fordern die Betreibergesellschaft nachdrücklich auf: Überdenken Sie Ihren Beschluss, Tihange 2 und Doel 3 trotz vielfacher Bedenken von sachkundiger Seite wieder ans Netz gehen zu lassen! Entscheiden Sie zum Wohl der Menschen in Belgien und den angrenzenden Ländern!", lautete der Schlussappell der Resolution.

Quelle: RP
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