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Erkelenz
Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt

Erkelenz: Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt
Die Arbeitsagentur an der Roermonder Straße in Aachen ist auch für den Kreis Heinsberg zuständig. FOTO: spe/hec (Archiv)
Erkelenz. Im Kreis Heinsberg wurden 2017 viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen geschaffen, so dass die Agentur für Arbeit auch für 2018 von einer weiter sinkenden Arbeitslosenzahl ausgeht. Von Andreas Speen

Bei 5,5 Prozent lag die Arbeitslosenquote für den gesamten Kreis Heinsberg im Dezember. Für den Bezirk Heinsberg, Wassenberg und Selfkant betrug sie sogar nur 5,3 Prozent und für den Bezirk Erkelenz, Hückelhoven sowie Wegberg nur 5,4 Prozent. Die Agentur für Arbeit in Aachen sprach gestern von historisch niedrigen Werten, die jedoch nicht endgültig sein werden. Ulrich Käser, deren Leiter, erklärte: "Obwohl die Werte schon niedrig sind, gehe ich für den Kreis Heinsberg von weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen aus."

Ein Grund für diese positive Erwartung ist der Beschäftigungsaufwuchs der vergangenen zwölf Monate. Insgesamt entstanden im Bereich der Arbeitsagentur, die neben Aachen auch für die Städteregion und die Kreise Heinsberg und Düren zuständig ist, 9300 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse. Nach der Einwohnerzahl ist der Kreis Heinsberg darunter die kleinste Region, allerdings stellte Doris Schillings von der Arbeitsagentur gestern fest: "Von den zusätzlichen Stellen entfallen über 3000 auf den Kreis Heinsberg - vor allem dort findet der Zuwachs statt."

38.558 Menschen waren im Dezember in der Gesamtregion ohne Arbeit, was einer Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent entsprach. 7294 Personen kamen davon aus dem Kreis Heinsberg, darunter 1080 aus Erkelenz, 1453 aus Hückelhoven, 560 aus Wassenberg und 677 aus Wegberg. "Seit dem Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1997 ist dies die niedrigste Quote in einem Dezember", sagte Doris Schillings und wies für den Kreis Heinsberg darauf hin, dass "dort im Dezember der stärkste Rückgang erfolgte, wodurch sich ein positiver Trend fortsetzte".

Profitiert hätten vom stärker werdenden Arbeitsmarkt besonders die Frauen, da viele Stellen im Gesundheitssektor und Handel geschaffen wurden, sagte Schillings. Insgesamt werde das Verhältnis zwischen Arbeitsuchenden und offenen Stellen immer günstiger, wobei vor allem sozialversicherungspflichtige Stellen entstünden. Käser schaute dabei auf zwei Zahlen: "Vor zehn Jahren hatten wir in unserer Region knapp 300.000 Personen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, 2017 waren es über 361.000 - das ist ein sehr positiver Trend." Erfreulich sei außerdem, dass auch die Jobcenter immer weniger Kunden hätten, fügte Schillings an: "Von Dezember 2016 zu 2017 gab es ein Minus von 1451 Personen, was fünf Prozent sind." Ebenfalls gut entwickelt sich Käser zufolge die Situation der Migranten. Zwar gebe es in dieser Gruppe einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 2016 zu 2017 um 631 Personen: "Wir haben in dieser Zeit aber auch 850 geflüchtete Menschen in Arbeit und 233 in eine Ausbildung bringen können."

Bei allen positiven Erwartungen der Arbeitsagentur für 2018 wiesen Käser und Schillings zum Jahresbeginn aber auch auf negative Trends hin. "Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt unser größtes Thema", sagte Käser. Beim steigenden Fachkräftebedarf sei die Qualifizierung über die Arbeitsagentur "von großer Bedeutung". Es sei aber ebenso wichtig, junge Menschen auszubilden, mahnte Käser größeres Engagement aufseiten der Unternehmen an: "Die Anzahl der gemeldeten Stellen stimmt nach wie vor nicht mit der Bewerberzahl überein - im Kreis Heinsberg liegt das Verhältnis bei einem Bewerber zu 0,8 Stellen und im Kreis Düren sogar nur bei 0,6 Stellen pro Bewerber." Dass Mitarbeiter und insbesondere Fachkräfte insgesamt immer rarer werden, machte Schillings anhand eines Vergleichs deutlich: "Im Schnitt 210 Tage brauchte ein Arbeitgeber in unserer Region 2017, um eine Stelle zu besetzen - das sind 25 Tage mehr als 2016 gewesen."

Dass sich diese Situation im neuen Jahr noch einmal verschärfen wird, warnte Käser und wies darauf hin, dass es sich erst um den Anfang einer Entwicklung handeln wird: "Die Unternehmen werden weitere Fachkräfte verlieren, weil die Babyboomer-Jahrgänger beginnen, in den Ruhestand zu gehen." Für jüngere Arbeitnehmer wiederum bedeute dies, "dass sich der Arbeitsmarkt sehr zu deren Vorteil entwickeln wird".

Quelle: RP
 
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