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Kreis Heinsberg
Begas Haus: Dr. Cortjaens muss gehen

Kreis Heinsberg: Begas Haus: Dr. Cortjaens muss gehen
Für das 2014 neu eröffnete Museum Begas Haus in Heinsberg wurde der Etat zu gering kalkuliert. Darum muss jetzt beim Personal gespart werden. FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Kreis Heinsberg. Trägerverein legt eine Kompromisslösung vor, um der finanziellen Schieflage des Museums Begas Haus zu begegnen. Von Michael Heckers

Der Vorstand des Trägervereins hat den Politikern des Heinsberger Kreistags und des Stadtrats eine Kompromisslösung unterbreitet, mit der die finanzielle Schieflage des Museums Begas Haus in Heinsberg aufgefangen werden soll. Der Kompromiss beinhaltet unter anderem das Ende der Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Museumsleiter Dr. Wolfgang Cortjaens.

Laut Landrat Stephan Pusch sei der Vorstand des Trägervereins bei der Suche nach einer Lösung "selbstverständlich nicht solch unsinnigen Vorschlägen gefolgt, wie etwa einen Teil der Begas Bilder zu verkaufen". Sparen könne man lediglich im Bereich des Personals. "Diesbezüglich habe ich in der vergangenen Woche mit Dr. Wolfgang Cortjaens, dem ich ausdrücklich für seine wertvolle Arbeit für das Begas Haus danken möchte, einen Aufhebungsvertrag geschlossen", sagte Pusch.

Für das 2014 neu eröffnete Museum in Heinsberg wurde der Etat zu gering kalkuliert. Mehr als 300.000 Euro zusätzlich müssen Kreis und Stadt Heinsberg von 2014 bis 2016 veranschlagen. Mit der Neukonzeption des Begas Hauses hatte sich auch die Trägerkonstruktion verändert: Kreis und Stadt Heinsberg traten dem Trägerverein bei, 75.000 Euro sah die jährliche Beteiligung vor, dazu kam der Stiftungsbeitrag in gleicher Höhe der Kreissparkasse, die selbst nicht Vereinsmitglied ist.

Nachdem der zusätzliche Finanzierungsbedarf erkannt wurde, äußerte die Politik den dringenden Wunsch, die Mitgliedsbeiträge von je 75.000 Euro zur Unterhaltung des Museums nicht zu erhöhen. Vor allem für die Stadt Heinsberg wären aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage Mehrkosten eine kaum überwindbare Hürde.

Während der über dreijährigen Schließung des früheren Kreisheimatmuseums wurden umfangreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten - unter anderem um das angrenzende Haus Lennartz (in Besitz der Stadt Heinsberg) - vorgenommen. Die Sanierungskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro wurden laut Pusch korrekt kalkuliert. Eine Unterdeckung bei den eigentlichen Einrichtungskosten in Höhe von rund 300.000 Euro sei durch deutlich niedrigere Betrieskosten während der Umbauphase weitgehend aufgefangen worden. Höher als in der ursprünglichen Berechnung der Mitgliedsbeiträge zugrundegelegt fallen jedoch die laufenden Betriebs- und Personalkosten aus. "Aus meiner Sicht ist es müßig, irgendwem die ,Schuld' für die Erhöhung der Kosten zuzuweisen, da niemand in der Lage war, im Jahr 2010 die exakten Personal- und Betriebskosten für das neue Museum zu beziffern", sagte Pusch.

Durch die Trennung von Dr. Wolfgang Cortjaens, der stellvertretender Leiter des Museums Begas Haus war, werden die Personalkosten um eine Zweidrittelstelle vermindert. Das entspricht einem jährlichen Bruttoeinsparbetrag von rund 48.000 Euro. Der Kompromissvorschlag des Trägervereins sieht auch vor, dass Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann, die Beamtin des Kreises Heinsberg ist, dem Museum ohne Kostenerstattungsanspruch seitens des Kreises Heinsberg zur Verfügung gestellt wird.

Der Trägerverein unterbreitet der Politik folgenden Beschlussvorschlag: "Es wird beschlossen, Mittel des Kreises Heinsberg und der Stadt Heinsberg in Höhe von je 55.000 Euro zum Ausgleich des Fehlbetrags für das Jahr 2014 bereitzustellen. Die Deckung erfolgt durch die Bildung einer Rückstellung im Jahresabschluss 2014. Für die Jahre 2015 bis 2018 wird der Finanzierungsbedarf für Kreis und Stadt Heinsberg wie bisher auf je 75.000 Euro beziffert. Der Kreis Heinsberg stellt dem Museumsverein die Arbeit von Dr. Rita Müllejans-Dickmann unentgeltlich zur Verfügung." Dieser Kompromissvorschlag wird nun bis zur nächsten Sitzung des Kreistags in den Fraktionen in Kreis und Stadt Heinsberg beraten. "Ich denke, dass mit dieser Lösung der Angst der Politik vor einer stetig wachsenden Haushaltsbelastung durch das Begas Haus Rechnung getragen wird", sagte Landrat Pusch.

Quelle: RP
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