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Kreis Heinsberg
Berufsfeld Gesundheit erkundet

Kreis Heinsberg: Berufsfeld Gesundheit erkundet
Eva Nobis (l.), Notfallsanitäterin in Ausbildung, beobachtet Alex, 16 Jahre jung bei der Herzdruckmassage. Bei der Gesundheitsberufemesse stand auch viel Praktisches auf dem Plan. FOTO: Jürgen Laaser
Kreis Heinsberg. Eine Gesundheitsberufemesse fand zum ersten Mal im Kreis Heinsberg statt. Vor allem für Schüler gedacht, stieß sie auf große Resonanz. Mehr als 30 Aussteller zeigten die Vielfalt der Berufe im Gesundheitswesen. Von Anke Backhaus

13.400 Menschen arbeiten im Kreis Heinsberg im Gesundheitswesen. Diese Zahl nennt Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, "sehr gut". Er findet allerdings auch, dass diese Zahl in Zukunft steigen müsse - allein schon wegen des demografischen Wandels. Die logische Folge ist, besonders die jungen Menschen frühzeitig für diese Berufe zu sensibilisieren und interessieren.

Zum ersten Mal fand gestern in der Festhalle in Oberbruch die Gesundheitsberufemesse statt. Veranstalter war die Region Aachen zusammen mit dem Kreis Heinsberg sowie weiteren Partnern, darunter die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, das Kreisgesundheitsamt, die Agentur für Arbeit und das Jobcenter. Die Resonanz war enorm, trotz der großen Hitze waren die jungen Leute (Schüler der Jahrgänge acht bis 13) mit spürbarem Interesse unterwegs - was nicht zuletzt den rund 30 Ausstellern gefiel.

"Diese Messe bietet die gute Möglichkeit, Anbieter von Gesundheitsberufen gebündelt zu präsentieren. Außerdem wird den jungen Menschen auch bewusst, wie groß die Vielfalt ist und dass man für eine Ausbildung eben keine weiten Wege in Kauf nehmen muss, sondern dass auch im Kreis Heinsberg das Angebot vielfältig ist", sagte Dr. Karl-Heinz Feldhoff. Derweil ging Dr. Hanno Kehren, Vorsitzender des Fachausschusses für euregionale Gesundheit Region Aachen, darauf ein, wie schwierig es geworden sei, geeigneten Nachwuchs zu finden. "Veranstaltungen wie diese machen öffentlich, was es für Berufe und welche Möglichkeiten, etwa in Schulen für Medizinisch-Technische Assistenten, es gibt." Christian Trox, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Heinsberg, fügte hinzu: "Berufe im Gesundheitswesen bieten jungen Menschen große Chancen, aber auch für Wiedereinsteiger. Das Ziel muss lauten, den Fachkräftebedarf zu decken. Dazu bieten wir unterschiedliche Qualifikationen an." Dass das Gesundheitswesen auch einen Wirtschaftsfaktor darstellt, machte Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, deutlich: "Die Unternehmen brauchen in Zukunft gute Mitarbeiter. Darum sind jetzt Kontakte zwischen den jungen Leuten und Unternehmen entscheidend."

Auf großes Interesse stieß etwa der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg. Eine Ausbildung zum Notfallsanitäter kann aber nur der absolvieren, der bereits 18 Jahre alt ist - erforderlich ist nämlich die Fahrerlaubnis, außerdem geht es ums Arbeiten im Schichtdienst und am Wochenende. Jedoch durften die Schüler beim Rettungsdienst auch praktisch tätig werden, dafür gab es einige Übungen, die die Schüler mit spürbarem Interesse erledigten. Vor der Festhalle stand auch ein Rettungswagen, über den die Schüler eine Menge wissen wollten. Claudia Mertens, die an der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz für die Berufswahlkoordination zuständig ist, freute sich über das Interesse ihrer Schüler, "denn hier geht es nicht darum, die einzelnen Stände abzulaufen, daneben können die Schüler in praktischen Dingen schon mal erste Erfahrungen sammeln".

Extra dafür gab es übrigens eine Liste mit verschiedenen Stationen, die dann gestempelt wurden. Wer alle Stempel zusammenbekam, erhielt die Anerkennung der Berufsfelderkundung.

Die Katharina Kasper Via Nobis GmbH brachte für die Messebesucher einen Rollstuhlparcours mit. "Wir werden oft gefragt, wie es denn sei, mit einem Rollstuhl unterwegs zu sein, wie die Handhabe funktioniert", erklärte Alexander Beemelmanns für das Unternehmen. Am Parcours bestand die Möglichkeit, es auszuprobieren.

Unter anderem auch die Handwerkskammer Aachen stellte sich bei der Messe vor, denn auch das Handwerk ist im Gesundheitswesen ein entscheidender Faktor. Beispiele sind Berufe wie Augenoptiker, Hörakustiker oder Zahntechniker - auch sie werden im Gesundheitswesen in Zukunft verstärkt gebraucht werden.

Für Dr. Karl-Heinz Feldhoff war die erste Auflage voller Erfolg. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Messe zu wiederholen. Das Interesse der Schüler ist jedenfalls groß."

Quelle: RP
 
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