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Heinsberg
Betreuende Helfer in der Not

Heinsberg: Betreuende Helfer in der Not
Anwärter werden im DRK Haus in Heinsberg-Kirchhoven zum Katastrophenhelfer ausgebildet. Dabei bauten sie unter anderem eine Ausgabestelle für Verpflegung auf. FOTO: Jörg Knappe
Heinsberg. In der zweitägigen "Grundausbildung Betreuungsdienst" erlernten 14 Rotkreuzler im DRK-Haus in Heinsberg-Kirchhoven Basiswissen, um Menschen in Notlagen mit Unterkunft, Verpflegung sowie sozial versorgen zu können. Von Nicole Peters

Das Szenario eines Wohnhausbrandes dient den elf Deutsches Rotes Kreuz- und drei Jugendrotkreuz-Mitgliedern des Kreisverbandes Heinsberg als Situationsbeschreibung. Im Rahmen der zweitägigen "Grundausbildung Betreuungsdienst" im DRK-Haus in Kirchhoven, die Koordinator Hardy Hausmann organisiert und begleitet, sollen sie in Gruppenarbeit die Maßnahmen erarbeiten, die sie als Einsatzkräfte einer Schnelleinsatzgruppe des Betreuungsdienstes durchführen würden.

Jeweils ein Gruppenmitglied kommt zum Ausbilderanwärter Karsten Kukot vom Kreisverband Bonn nach vorne, um die erarbeiteten Stichworte auf Kärtchen anzupinnen. Um eine Betreuungsstelle für angenommene sechs Stunden betreiben zu können, halten sie eine Registrierung, Sitz- oder Liegeplätze, Verpflegung mit Speisen und Getränken, Kleidung, gegebenenfalls psychologische Beratung sowie Spiele und Gesprächsangebote zur sozialen Betreuung für wichtig. Eine Auswahl, die Kukot als richtig bestätigt und weiter konkretisiert. "In der Betreuungsstelle, die wenige Minuten vom Unglücksort entfernt liegen sollte, könnt ihr bei der Registrierung bereits Ernährungs-Besonderheiten oder Allergien abfragen", sagt er.

Optische Abtrennungen zwischen den Ruheplätzen und einem Infostand zur aktuellen Lage fügt er hinzu und verweist auf Ressourcennutzung innerhalb des Kreisverbandes. "JRK-Gruppenleiter wissen, wie man mit einfachen Mitteln viele Kinder bespaßt und Kleidung erhaltet ihr etwa von der Kleiderkammer."

Die Einrichtung von einer oder mehrerer Anlaufstellen im Grenzbereich der Gefahrenstelle, in der in einem ersten Schritt die unverletzten Menschen gesammelt, beruhigt, mit Decken und Getränken versorgt sowie gegebenenfalls zu den Betreuungsstellen in Gebäuden oder Zelten weitertransportiert werden, sprach Jens Pesch, Landesbeauftragter für den Betreuungsdienst im Landesverband Nord-Rhein, mit der Gruppe durch. Alle begaben sich wenig später in die Fahrzeughalle, um sich mit der Ausstattung des Betreuungsanhängers vertraut zu machen. Entsprechend der Richtlinien bauten sie eine Ausgabestelle für Verpflegung inklusive Tischen, Behältnissen, Reinigungsmaterial und Mülleimer auf.

Praxisnah gaben die Rotkreuzler am zweiten Tag unter den erforderlichen Hygienevorschriften das Mittagessen aus. "Diese Ausbildung ist Voraussetzung, um später in einer der Einsatzeinheiten mitwirken zu können", erzählt Stefan Schlebusch, Gemeinschaftsleiter in Heinsberg, der selber mitmacht, "die meisten Teilnehmer sind bereits vier oder fünf Jahre beim Kreisverband dabei."

Vor rund 20 Jahren hat er das Seminar schon einmal durchlaufen und frischt jetzt sein Wissen auf. Weitere Themen, die während der zwei Tage behandelt werden: Psychische Belastung im Einsatz sowie Transportbegleitung und Unterbringung von Betroffenen.

Quelle: RP
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