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Erkelenz
Bundesstraße 56 n in zwei Jahren fertig

Erkelenz: Bundesstraße 56 n in zwei Jahren fertig
Die B 56 n wird in Schierwaldenrath über 70 Meter in Tieflage gebracht, so dass die Kreisstraße 3 und die Trasse der Selfkantbahn darüber geführt werden können. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. 18 Kilometer wird die neue Bundesstraße zwischen Heinsberg und den Niederlanden lang sein, die ab 2016 die A 46 auf deutscher und die A 2 auf niederländischer Seite verbinden wird. In weiten Teilen liegt das Projekt im Zeitplan. Von Willi Spichartz

Die Fahrzeiten zu den niederländischen und belgischen Küsten und Häfen werden sich nach der Fertigstellung der B 56 n in zwei Jahren erheblich verkürzen. Eine gute Viertelstunde ergaben Berechnungen. Über den Fortgang auf der Baustelle informiert der Landesbetrieb Straßen NRW. Die neue Bundesstraße, die als Verlängerung der Autobahn 46 zum niederländischen Autobahnnetz gebaut wird, liegt demnach in weiten Teilen gut im Zeitplan, wenn auch gerade eine Vergabebeschwerde für eine Verzögerung von einigen Monaten sorgt.

Der letzte der drei Bauabschnitte - der Lückenschluss zwischen Gangelt-Vintelen und dem Ausbauende der Autobahn 46 an der B 221 nahe "Janses Mattes" in Heinsberg - erstreckt sich über acht Kilometer. In einem Zeitraum von knapp fünf Jahren soll er 2016 fertiggestellt sein. Der Kostenplan von 39 Millionen Euro wird nach jetzigem Stand eingehalten, erklärt Gerlinde Quack, mit Markus Reul Projektleiterin beim Landesbetrieb Straßen.

Für diese Summe entsteht eine Trasse, die auf der Gesamtstrecke durchgehend dreistreifig, an Auf- und Abfahrten sogar vierstreifig ausgebaut wird. Drei Streifen bedeuten, dass die mittlere Spur von beiden Fahrtrichtungen im Wechsel zum Überholen genutzt werden kann. Diese Wechselzonen sind mindestens einen Kilometer lang.

Wenn auch die Auffahrten noch nicht weiträumig beschildert sind, kann man bereits heute von der A 46 bei "Janses Mattes" über die Landstraße 227 bei Straeten, Waldenrath nach Birgden auf die Kreisstraße 3 fahren, von dort nach Schierwaldenrath-Langbroich und da kann man über die Kreisstraße 13 Richtung Vintelen zur Auffahrt. Die Niederländer haben den Anschluss an die fertigen zehn Kilometer auf der deutschen Seite bereits seit längerem geschaffen, so dass über die dortige Autobahn 2 alle Fahrtmöglichkeiten zu Zielen in Belgien und Holland offenstehen.

Das sicher markanteste Einzelbauwerk (von zehn) entsteht derzeit am Bahnhof der Selfkantbahn in Schierwaldenrath: Die B 56 n wird über 70 Meter in Tieflage gebracht, so dass die Kreisstraße 3 und die Trasse der Selfkantbahn darüber geführt werden können. Laut Gerlinde Quack legt der Landesbetrieb Straßen bei Planung und Ausführung des 85-Millionen-Euro-Projekts besonderen Wert auf Konsens mit Betroffenen und Beteiligten.

So bekommt die Selfkantbahn für die Zeit, in der die "Normal"-Gleise für einige Monate nicht genutzt werden können, ein Ersatzgleis, da deren Fahrpause vom 21. Dezember bis Ostern 2015 nicht ausreicht, das Brückenbauwerk fertigzustellen.

Die Eingriffe in Landschaft und Natur mildert der Landesbetrieb, indem das Regenwasser von der Fahrbahn nebenan versickert beziehungsweise kontrolliert in den Saeffelbach geleitet wird, der am Schierwaldenrather Bahnhof mit einer Brücke über die B 56 n geführt wird. An einigen Stellen erhalten Kleintiere Tunnel zur Unterquerung der Trasse, Acker- und Ackerbrachflächen begleiten das Jahrhundertwerk, wo Standort-Pflanzen und Tiere neue Heimat finden. Feldhamster sind zwar noch nicht registriert, sagt Gerlinde Quack, haben aber alle Zuwanderungsmöglichkeiten.

Quelle: RP
 
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