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Kreis Heinsberg
Dach abgedeckt, Bäume geknickt

Kreis Heinsberg: Dach abgedeckt, Bäume geknickt
Heftige Sturmböen haben etwa 50 Quadratmeter Dachhaut des Ratheimer Norma-Markts abgedeckt. Am Effelder Waldsee musste die Feuerwehr die Straße von Bäumen befreien. FOTO: Uwe Heldens
Kreis Heinsberg. Die Feuerwehr im Kreis Heinsberg zählt bis gestern Abend 45 Einsätze, die Sturmtief "Niklas" ausgelöst hatte. Eine Person wurde verletzt. Von Gabi Laue und Andreas Speen

Heftige Sturmböen haben das Dach des Ratheimer Norma-Markts teilweise abgedeckt. Er musste für Kunden geschlossen werden. Auch der Parkplatz vor dem Markt wurde vorsorglich abgesperrt. Die Feuerwehr sicherte lose Dachteile. Verletzt wurde niemand.

Nach Auskunft von Frank Bocken, stellvertretender Leiter der Hückelhovener Feuerwehr, hatte der Sturm etwa 50 Quadratmeter Dachhaut nach links abgeschält. "Die Polizei hat den Schaden gegen 7.30 Uhr entdeckt und uns alarmiert", berichtete Bocken, der den etwa einstündigen Einsatz leitete. Die Feuerwehr machte Mitarbeiter, die sich schon im Markt aufhielten, auf die Situation aufmerksam, das Bauamt sah sich vor Ort den Schaden an und veranlasste die sofortige Räumung und Sperrung der Stellflächen vor dem Norma-Markt. Die Feuerwehr versuchte, lose Teile mit Leinen zu sichern, schilderte Bocken weiter. "Mehr konnten wir nicht tun. Jetzt muss ein Dachdecker das stellenweise offene Dach abtragen."

Sturmtief "Niklas" ließ zeitweise landesweit den Bahnverkehr zum Erliegen kommen. Neben der Deutschen Bahn hatte die Eurobahn unter anderem die Strecke von Baal nach Lindern gesperrt. Im Fernverkehr fuhren laut DB einzelne Züge. Probleme und mehrere sturmbedingte Unfälle meldete die Polizei im Kreis Heinsberg vor allem von der Bundesstraße 221. "Kreisweit kippten mehrere Anhänger während der Fahrt durch den starken Seitenwind um. Mit Hilfe der Polizeibeamten konnten sie wieder aufgerichtet werden", berichtete Polizeisprecherin Angela Jansen. Hierbei blieb es bei Sachschäden. Auch mussten an der B 221 und B 228 zwischen Dremmen und Randerath etliche Bäume von der Fahrbahn geschaffte werden.

Schwieriger war die Lage gegen 11.25 Uhr auf der B 221 nahe Heinsberg, erzählte Jansen: "Einem Düsseldorfer kippte durch die starken Windböen der Anhänger seines Lkw gegen einen Baum am Fahrbahnrand. Der Fahrer hielt daraufhin an und rief die Polizei." Der Anhänger kam unterdesssen nicht zur Ruhe, kippte mehrfach gegen den Baum und wieder zurück auf die Räder. "Deshalb entschloss sich die Polizei, den Fahrer eines Lkw-40-Tonners um Hilfe zu bitten. Dieser fuhr auf der Windseite neben dem kleineren Lkw samt Anhänger her und bot ihm damit Schutz vor dem Wind. So konnte das Gespann bis zum Gewerbegebiet Dremmen gelotst und abgestellt werden, ohne dass weiterer Schaden entstand", schilderte Jansen.

Vom Vormittag bis in den Nachmittag hinein sah sich die Stadt Wegberg veranlasst, die Ortsdurchfahrt in Tetelrath zu sperren. Dort drohten Bäume auf die Straße zu stürzen. Einer hielt dem Sturm im Laufe des Tages dann tatsächlich nicht stand, weitere wurden gefällt. Gegen 16 Uhr wurde die Straße wieder freigegeben. Weitere Haupteinsatzpunkte in Wegberg waren die Straße zur Dalheimer Mühle, die weiterhin nicht befahren werden kann und für die heute eine Umleitung eingerichtet wird, sowie die Straße zur Molzmühle, wo ein Baum auf eine Stromleitung fiel. Gegen 17 Uhr war der Feuerwehr dann noch gemeldet worden, dass in Arsbeck ein Baukran umzukippen droht. Die Wehr zählte bis Frühabends in Wegberg zwölf Einsätze, in Erkelenz hingegen blieb es weitgehend ruhig, sagte Feuerwehrchef Wolfgang Linkens. Hückelhovens Wehr rückte elf Mal aus und Wassenbergs fünf Mal.

Mittags war unter anderem an der Gladbacher Straße in Hückelhoven ein Gartenhaus in die Böschung geweht worden. Die Feuerwehr hob es zurück in den Garten, wo es der Eigentümer sicherte. Und eine verletzte Privatperson hatte der Rettungsdienst von Hückelhoven aus ins Krankenhaus fahren müssen, sie war laut Feuerwehrleitstelle im Garten von einem umstürzenden Baum verletzt worden.

Quelle: RP
 
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