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Kreis Heinsberg
Dachmarke für Regionalprodukte geplant

Kreis Heinsberg: Dachmarke für Regionalprodukte geplant
Derzeit laufen Gespräche zwischen Landwirten und Produzenten aus dem Kreis Heinsberg auf der einen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf der anderen Seite, wie regionale Produkte künftig unter einem Heinsberg-Label vermarktet werden könnten. FOTO: Kreis Heinsberg
Kreis Heinsberg. Lebensmittel aus dem Kreis Heinsberg sollen ab Herbst ein eigenes Label erhalten können, das für deren Regionalität wirbt. Genuss und Tourismus sollen die Wirtschaft weiter antreiben. Auch die AGIT könnte wieder interessant werden. Von Andreas Speen

Schon im Herbst will der Kreis Heinsberg die künftige Dachmarke für lokale Produkte an den Markt bringen. Ziel ist es, dann "erste exemplarische Produkte" der Öffentlichkeit vorstellen zu können, kündigt Landrat Stephan Pusch an. Derzeit liefen dazu Gespräche zwischen Landwirten und Produzenten aus dem Kreisgebiet auf der einen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf der anderen Seite. Erste Gastronomen wie Rainer Hensen und Otto-Gourmet haben Pusch zufolge ebenfalls schon ihre Unterstützung signalisiert, über eine neue Dachmarke "die lokale Wertschöpfungskette zu stärken".

"Heinsberger Land - erfrischend entspannt" heißt die neue Marke, mit welcher der Kreis Heinsberg seine touristischen Angebote seit Mai bewirbt. Verbunden damit sind ein Magazin, Mini-Ausflugskarten und neue Internetangebote. Bei deren Präsentation hatte Landrat Stephan Pusch bereits den Blick auf eine zu entwickelnde Dachmarkte für lokale Produkte gelenkt: "In absehbarer Zeit wollen wir unseren Gästen darunter etwas Authentisches anbieten." Im Herbst soll diese Zeit nun gekommen sein, wobei Pusch ankündigt, dass der Kreis Heinsberg solche Produkte nicht selbst vermarkten, sondern diesen ein Herkunftslabel geben will.

Mit einem Schwerpunkt auf Tourismus und Kulinarik soll sich der Kreis Heinsberg wirtschaftlich weiterentwickeln. Diesem Ansatz will der Landrat in den nächsten Jahren folgen, ihn macht er zur Chefsache: "In der wirtschaftlichen Entwicklung stehen wir als Kreis Heinsberg insgesamt gut da, im Tourismus haben wir aber noch Luft nach oben. Zwar steigen die Übernachtungszahlen, doch besteht dort noch Potenzial." In diesem Bereich will Stephan Pusch dem Kreisgebiet zu weiterem Wachstum verhelfen. In dem Zusammenhang sind der jüngst beschlossene Beitritt zur Niederrhein Tourismus GmbH und der Ausbau des Fahrradwegenetzes, wie mit der West-Bike-Route und dem Rur-Ufer-Radweg, zu sehen.

Die wirtschaftliche Entwicklung will der Kreis Heinsberg auch über die Mitgliedschaften in der Metropolregion Rheinland und in der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) vorantreiben. Zufriedenheit klingt indes anders, denn Stephan Pusch meint, dass "wir bei der Metropolregion über den Zweckverband Region Aachen mehr Druck auf den Kessel bekommen müssen, um für unsere Region etwas herauszuholen". Noch sei der rheinische Zusammenschluss jung, er plädiere deshalb weiterhin, dessen Entwicklung "optimistisch kritisch zu begleiten". Bei der IRR, welche sich der Zukunft im rheinischen Tagebaurevier widmet, sieht Pusch hingegen dringenderen Handlungsbedarf: "Die neue Landesregierung muss mehr Geld in die IRR stecken. Oder wir müssen einen Bundesfonds bekommen, mit dem die regionalen Verbände arbeiten", sprich den Strukturwandel aus dem heutigen Braunkohlenabbau heraus befördern können. Mit großem Interesse habe er von Kanzlerin Angela Merkel gehört, "dass sie zum ersten Mal gesagt hat, der Ausstieg aus der Braunkohle soll früher gesucht werden, und dafür sei ein Strukturfonds nötig".

Eine dritte Mitgliedschaft in einem regionalen Wirtschaftsförderungsinstrument, der Aachener AGIT, hat der Kreis Heinsberg gerade erst gekündigt. Zu teuer, zu wenig effizient. Dass es nicht unbedingt bei dem Austritt bleiben muss, berichtet Landrat Pusch. Derzeit erlebe er, wie die AGIT-Verantwortlichen versuchen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft umzustrukturieren und dabei wieder auf den Kreis Heinsberg zugehen. Man habe in Aachen erkannt, dass die AGIT kein Generalist mehr sein könne, sondern sich pro Landkreis auf einen Schwerpunkt konzentrieren müsse. Für den Kreis Heinsberg könnte die AGIT sich die Logistik-Branche als Förderschwerpunkt vorstellen, erfuhr Pusch. Und weil die AGIT zudem vorhabe, ihre Finanzierung umzustellen, so dass die Gesellschafter künftig kostenneutral beteiligt werden könnten (zum Beispiel über die Vermietung des Technologiezentrums in Aachen), sieht Pusch die Chance, im Kreis Heinsberg neu über eine Beteiligung zu beraten: "Wäre das so, würden wir als Kreisverwaltung mit diesem Thema noch einmal auf unsere Politiker wie auch auf die AGIT zugehen wollen." Die Kritik, zu teuer und zu ineffizient, fiele dann weg.

Quelle: RP
 
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