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Kreis Heinsberg
Dem Handwerk im Kreis geht's prima

Kreis Heinsberg: Dem Handwerk im Kreis geht's prima
FOTO: HWK Aachen
Kreis Heinsberg. 89 Prozent der Kreis Heinsberger Chefs melden eine gute oder befriedigende Geschäftslage bei der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Aachen. Beste Beschäftigungschancen im Kreis, aber der Fachkräftemangel ist schon spürbar. Von Angelika Hahn

In rundum zufriedene Mienen der Handwerksvertreter schauten die Presseleute jetzt bei der Vorstellung der Konjunkturlage des Handwerks im Kreisgebiet Heinsberg. Denn das liefert zur traditionellen Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Aachen hervorragende Ergebnisse und insgesamt positive Ausblicke aufs Sommergeschäft - und übertrumpft damit die Durchschnittszahlen im Kammerbezirk in fast allen erhobenen Bereichen.

Auch Theo Erdweg und Sohn Markus, Senior- und Juniorchef der Dremmener Firma Stahlbau Frenken & Erdweg als Gastgeber des Gespräches, zeigten sich zufrieden, wenn auch aufgrund ihrer Branchenspezifik nicht ganz so euphorisch wie der aus Heinsberg stammende Peter Deckers (Foto), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, der mit Dr. Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, gekommen war .

Deckers: "Der Kreis spürte keine Winterdelle." 89 Prozent (86 im Kammerbezirk) der Heinsberger Chefs melden eine gute oder befriedigende Geschäftslage, das ist ein Anstieg um fünf Punkte gegenüber dem Herbst 2015. Und während die Erwartungen im Kammerbezirk insgesamt leicht abwärts gehen, rechnen Kreis Heinsberger Handwerksbetriebe mit weiterem Anstieg. 46 Prozent der Handwerksunternehmen bewerten die Geschäftslage in den vergangenen sechs Monaten mit "gut", 43 Prozent mit "befriedigend" und nur elf Prozent mit "schlecht". Mit einer Kapazitätsauslastung von rund 85 Prozent hatten die Beschäftigten viel zu tun. Sie lag gut drei Punkte über dem Kammerdurchschnitt.

"Die Umsatzkennziffer schnellte um elf Punkte auf 80 Prozent in die Höhe", betonte Deckers stolz. 23 Prozent der Betriebe freuten sich über ein Plus in den Kassen, während 57 Prozent gleich hohe Bruttoeinnahmen melden. Insgesamt profitiere der Kreis mit vielen mittelständischen Unternehmen der Baubranche von der guten Konjunktur in dem Bereich. Auch die Orientierung der Betriebe hin zur boomenden Rheinschiene wirke sich positiv aus, stellten Deckers und seine Stellvertreterin Nicole Tomys fest.

Mit positiven Auswirkungen auf die Beschäftigungslage: 85 Prozent der 79 an der Erhebung beteiligten Betriebe aus dem Kreis wollen an der Beschäftigtenzahl festhalten, neun Prozent planen Neueinstellungen. Die Kehrseite: Es bleibt schwierig - Tendenz steigend - , gute Fachkräfte zu bekommen. Dies beklagen vor allem die Branchen Metall, Sanitär, Heizung, Klima. Dass es demnach, wie der Kammerbericht betont, "beste Zukunftsaussichten für angestellte Handwerker im Kreis Heinsberg gibt", scheint sich freilich noch bei zu wenig potenziellen Auszubildenden herumgesprochen zu haben. Denn die Zahl der Lehrlinge hat sich 2015 im Vergleich zu 2014 um rund sechs Prozent verringert und liegt mit diesem Rückgang über dem Kammerdurchschnitt. Immerhin zeichne sich seit Jahresanfang ein Aufwärtstrend bei neuen Lehrverträgen ab. Damit dürfte der auch bei der Handwerkskammer Aachen beklagte Trend zu Abitur und Studium noch nicht gebremst sein. Immerhin habe ein Umdenken begonnen.

Vielfältig, so Deckers, seien deshalb die Initiativen des Handwerks, sich als Berufsfeld für junge Leute attraktiv zu machen. Das gelte für Abiturienten/Studienabbrecher (mit neuen Berufsbildern) ebenso wie für Jugendliche mit Wissenslücken (durch begleitende Förderung). Eine junge Initiative der Kammer sind Handwerks-Azubis, die als "Ausbildungsbotschafter" in Schulen über ihren Berufsalltag informieren. Auch Flüchtlinge bleiben im Blick des Handwerks, wenngleich die anfängliche Euphorie ein wenig der Ernüchterung gewichen sei, wie Deckers betonte. Dennoch bleibe das Handwerk offen für diesen Personenkreis, bestätigte auch Unternehmer Theo Erdweg. Jedoch wünsche man sich auch hier Bürokratieabbau und weniger schwerfällig anlaufende Qualifikationsprogramme.

Quelle: RP
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