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Heinsberg
Dem Katastrophenschutz Zukunft geben

Heinsberg. Feuerwehr und Hilfsorganisationen sowie Politik und Verwaltung stellen sich auf Ebene des Kreises Heinsberg der Aufgabe, die im Katastrophenfall stets nötigen Ehrenamtlichen zu stärken und Nachwuchs zu gewinnen. Von Nicole Peters

Feuer, Flut, Unfall - bei vielen kleineren oder größeren Unglücken sind im Kreis Heinsberg ehrenamtliche Hilfskräfte im Einsatz. Diese zu fördern und vor allem neue zu gewinnen, ist - nicht nur hier - ein zunehmendes Problem, dem sich Feuerwehr, Hilfsdienste, Kreisverwaltung und -politik stellen. Am Samstag erarbeiteten sie bei einer Tagung in Heinsberg Ansatzpunkte zur Stärkung des Ehrenamts, schlugen den Einsatz eines Ehrenamtskoordinators, Blaulicht-Tage, Ehrenamtsausweise und eine stärkere gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit vor. Das Kreisordnungsamt wurde beauftragt, auf Basis der Tagung einen Maßnahmenkatalog zu erstellen.

Auf die besondere Bedeutung, die ehrenamtliches Engagement im Katastrophenschutz und etwa an Wochenenden im Rettungsdienst hat, wies Landrat Stephan Pusch in seiner Begrüßung hin. "Dass wir auch in Situationen, in denen es möglicherweise um Leben und Tod geht, zu einem großen Teil auf ehrenamtliche Kräfte setzen, lässt die Problematik in einem anderen Licht erscheinen", wandte er sich an die 50 Anwesenden, "der Tag soll dazu dienen, neben einer Bestandsaufnahme den Blick nach vorne zu richten, damit wir gemeinsam Strategien entwickeln können, um das Ehrenamt im Kreis Heinsberg zu fördern."

In einem Schadensereignis größeren Ausmaßes leitet und koordiniert der Kreis Heinsberg den Einsatz und dem Landrat stehen Krisenstab - bestehend aus führenden Mitarbeitern der Kreisverwaltung, Polizei und Feuerwehr - und Einsatzleitung zur Verfügung. Daneben aber sind es die Ehrenamtlichen, die von größter Bedeutung sind. Pusch erläuterte: "Neben den Feuerwehren wirken im Kreis Heinsberg das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, das Technische Hilfswerk und bei Bedarf die DLRG im Katastrophenschutz mit - und bei der Feuerwehr und den Hilfsorganisationen kann der personelle Aufwand nur mit ehrenamtlichen Kräften gestemmt werden."

Inspiriert von einem Impulsvortrag, den Ulrich Cronenberg vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hielt, begaben sich die Teilnehmer in vier Workshops, deren Ergebnisse später gemeinsam diskutiert wurden. Zum Thema "Rahmenbedingungen" stellte Jan-Christoph Czichy fest, dass vor allem kleinere Arbeitgeber Mühe hätten, Arbeitnehmer für das Ehrenamt freizustellen. Neben Gesetzesänderungen könnten etwa Beschlüsse im Landkreistag oder Kommunalverband Verbesserungen bringen. Auch Zeit- und Geldmangel für eine gute Ausbildung machte er als Probleme aus.

Thomas Kähler ging auf Ergebnisse der Gruppe "Helfergewinnung" ein: Aus allen Bevölkerungsgruppen könnten Helfer gewonnen werden. Einen Hauptamtlichen als Ansprechpartner, verstärkte Öffentlichkeitsarbeit oder gemeinsames Auftreten aller Beteiligten bei Veranstaltungen führte er im Einzelnen an. Unter dem Stichwort "Helferbindung" nannte Ralf Rademacher mögliche zusätzliche steuerliche Vergünstigungen, Wertschätzung durch Ehrenamtspass oder Symbole der Anerkennung, Attraktivitäts-Steigerung für Arbeitgeber durch Auszeichnung mit einer Plakette sowie vom Kreis Heinsberg gestellt gemeinsame Führungskräfte, ein zentrales Ausbildungsbudget und gemeinsame Übungen. Lothar Terodde berichtete aus der Gruppe "Kooperation 'Net-Working'" von einer großen Bereitschaft, innerhalb der Organisationen sowie mit Verwaltung und Politik zusammenzuarbeiten. Ein Schlüssel für die nähere Zukunft sei, sich bei gemeinsamen Übungen und Veranstaltungen näher zu kommen und so die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Bildung eines oder mehrerer Arbeitskreise und Bemühungen des Landrats, größere Wertschätzung des Ehrenamts bei Verantwortlichen zu erwirken, waren weitere Ansätze.

Aus Reihen der Politiker von CDU, Freien Wählern, SPD und Grünen kam die Zusage, günstige Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu stellen. Ausschuss-Sitzungen in den Institutionen abzuhalten, war ein konkreter Vorschlag für die Zukunft. Das Vorgehen nach der Tagung fasste Dezernent Franz-Josef Dahlmanns zusammen: "Das Ordnungsamt wird einen Maßnahmen-Katalog auf Basis des Protokolls erstellen."

Quelle: RP
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