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Kreis Heinsberg
Die Lebenslagen der Bürger abbilden

Kreis Heinsberg. Satte 284 Seiten DIN-A4 zählt er, der Sozialstrukturatlas des Kreises Heinsberg, der ab sofort zur Sozialberichterstattung der Kreisverwaltung gehört. So hat es der Heinsberger Kreistag beschlossen. Von Willi Spichartz

Der Sozialstrukturatlas "bildet auf der Grundlage von aktuell verfügbaren und zum Teil auf bis zum Jahr 2003 zurückgehende Daten sowohl demografische Entwicklungen im Kreisgebiet als auch konkrete Lebenslagen der Bevölkerung auf der Gemeindeebene ab", erläutert dazu die Kreisverwaltung in ihrer Beschlussvorlage für die Sitzungen.

Und auch den Zweck des Sozialstrukturatlas nennt die Kreisverwaltung, indem er als fortlaufendes Berichtsmodell fungiert, das ständig fortgeschrieben wird, das sowohl einen regionalen Vergleich möglich macht wie auch die unterschiedlichen Entwicklungen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden deutlich macht. Dabei geht es um Grundlageninformationen, die zu Schwerpunktsetzungen erweitert und ausdifferenziert werden können. Und dienen damit einer abgestimmten Sozial-, Jugend-, Bildungs- und Gesundheitspolitik.

Konkret geht es um die demografische Entwicklung mit Bevölkerungsstruktur, Altersstruktur, Wanderungsbewegungen nach Familien, Bildung und dem Alter. Alles vergleichbar gemacht mit Stab- und Flächendiagrammen für den Kreis, die Stadt Mönchengladbach, Kreis Viersen, Rhein-Kreis Neuss, die Städteregion Aachen und dem Kreis Düren. Auch für die zehn Städte und Gemeinden im Kreis Heinsberg.

Im Jahr 2040 wird zum Beispiel der Rhein-Kreis Neuss 5,2 Prozent Einwohner mehr haben als 2014. Alle anderen genannten Kreise und die Stadt Mönchengladbach werden weniger Einwohner haben. Die Städteregion Aachen nimmt um 0,8 Prozent ab, der Kreis Heinsberg um 1,6, Mönchengladbach um 1,7 und Viersen um vier Prozent ab.

Im Kreis nimmt die Hälfte der Kommunen an Einwohnern ab, die andere Hälfte zu. Rekordzugewinnerin wird die Gemeinde Selfkant mit 11,7 Prozent sein, gefolgt von Geilenkirchen mit 7,8, Gangelt mit 7,4, Wassenberg 1,5 und Wegberg mit 1,4 Prozent. Rekordverliererin im Kreis ist Heinsberg, das um 10,1 Prozent schrumpft, Waldfeucht um sieben, Erkelenz um 6,2, Übach-Palenberg um 3,8 und Hückelhoven um 1,5 Prozent.

Interessant der sogenannte "Fertilitätsindex" im Jahr 2011, also die vom Bundesdurchschnitt abweichende Geburtenrate - da liegt Hückelhoven elf Prozent drüber, gefolgt von Übach-Palenberg mit 7,6 Prozent. Den Negativrekord hält Selfkant, das um 18,6 Prozent unter dem Bundesschnitt lag. Hückelhoven hatte 2011 mit 51,8 Prozent auch den weitaus höchsten Frauenanteil im Kreis Heinsberg.

Die Daten sollen vor allem in die kleinräumigere Betrachtung in den Kommunen angewandt werden, den so genannten "Sozialräumen", von denen für den Kreis 20 festgelegt worden sind. Je nach Größe der Kommunen sind das vier, Erkelenz, drei, Hückelhoven, zwei, Wegberg, und einer für Wassenberg. Vorgesehen ist eine weitere Untergliederung in Quartiere, von denen 65 im Kreisgebiet eingerichtet werden. Viel Wissen für bessere Feinabstimmung von Politik als Daseinsfürsorge vor Ort.

Quelle: RP
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