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Heinsberg
Durch Kunst die Freiheit ausdrücken

Heinsberg: Durch Kunst die Freiheit ausdrücken
FOTO: Begas Haus
Heinsberg. Unter dem Titel "Vogel-Frei" werden im Begas Haus Kunstwerke von Menschen mit Behinderung ausgestellt. Die Lebenshilfe Heinsberg, die zurzeit ihr 50-jähriges Bestehen feiert, hat die Ausstellung konzipiert. Von Laura Dohmen

Moderne Kunst als Ausdruck von Freiheit - das ist das Konzept einer von der Heinsberger Lebenshilfe konzipierten Wechselausstellung, die jetzt im Begas Haus - Museum für Kunst und Regionalgeschichte Kreis Heinsberg eröffnet wurde. Unter dem Titel "Vogel-Frei" werden Zeichnungen und Gemälde von Menschen mit Behinderung aus drei verschiedenen Werkstätten gezeigt.

Den Anstoß zu dem Projekt hatte eine kleinere Ausstellung mit Bildern aus der Kunstwerkstatt "Willsosein" der Lebenshilfe Aachen in den Räumen der Heinsberger Lebenshilfe gegeben. Die Resonanz war positiv. "Das war dann der Anlass, die Kunstwerke auch im Begas Haus zu zeigen", erklärte Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Die Ausstellung gehört zum Programm, mit dem die Lebenshilfe ihr 50-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiert.

Neben "Willsosein" stellten auch die Malwerkstatt der Lebenshilfe Bad Dürkheim sowie das Kunsthaus Kat 18 der Gemeinnützigen Werkstätten Köln Werke für die Ausstellung zur Verfügung. Mit allen drei Werkstätten arbeite die Heinsberger Lebenshilfe regelmäßig zusammen, betonte Johnen. Auf Informationstafeln im Ausstellungsraum können sich die Besucher über die drei Einrichtungen informieren.

Kunst ist in diesen Werkstätten nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern Teil des Werkstattbetriebs. "Die Künstler haben mit viel Lust, Energie, ohne Druck und befreit an ihren Werken gearbeitet", erzählte Georg Kohlen von der Heinsberger Lebenshilfe, selbst Künstler, der die Ausstellung gemeinsam mit dem Begas Haus konzipiert hat.

Bei der Auswahl der Bilder sei ihm vor allem die Vielfalt wichtig gewesen. So reichen die Bilder in der Ausstellung von schwarz-weißen Zeichnungen über abstrakte Porträts bis hin zu farbenfrohen Malereien. Dabei wurden ganz unterschiedliche Materialien und Techniken verwendet, die neben Titel und Künstlernamen auf kleinen Schildern benannt sind.

Zufrieden mit der Ausstellung zeigten sich nicht nur die zahlreichen Besucher bei der Eröffnung, darunter einige der Künstler, sondern auch die Leiterin des Begas Hauses, Dr. Rita Müllejans-Dickmann. Ihre Reaktion auf den Vorschlag der Lebenshilfe zu diesem Projekt sei sehr positiv gewesen, berichtete sie und konstatierte mit Blick auf die fertige Ausstellung: "Ich bin sehr glücklich mit der Qualität der Arbeiten."

Der Titel der Ausstellung, "Vogel-Frei", greift nicht nur den Namen eines der Bilder auf, sondern spiegelt auch deren zentrale Botschaft wieder. "Der Behinderungsaspekt soll nicht im Vordergrund stehen", erklärte Kohlen. Vielmehr gehe es um den Ausdruck von Freiheit sagte er, "wichtig sind Menschen, die Erfahrungen über Kunst und die Welt sammeln und diese Erfahrungen weitergeben".

Quelle: RP
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