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Kreis Heinsberg
Eines der besten Baujahre

Kreis Heinsberg. 2015 wurden im Kreis Heinsberg so viele bebaute und unbebaute Grundstücke verkauft wie in den vergangenen 15 Jahren nur selten. Zahlen liefert der aktuelle Grundstücksmarktbericht für Nordrhein-Westfalen. Von Andreas Speen

Die Nachfrage an Immobilien ist im Kreis Heinsberg ungebrochen. 2015 wurden so viele Kauffälle registriert wie in den vergangenen 15 Jahren nur selten. Für ganz Nordrhein-Westfalen ist derselbe Trend festzustellen. Gleich ist auch, dass der Markt hierauf mit steigenden Preisen reagiert. "Das Interesse an den eigenen vier Wänden ist immer noch hoch. Und NRW ist attraktiv", sagte Kommunalminister Ralf Jäger bei der Präsentation des Grundstücksmarktberichts 2016 durch den Oberen Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

Dem jährlich fortgeschriebenen Bericht liegen alle Grundstücksgeschäfte des vergangenen Jahres zugrunde. Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichneten 2015 in NRW einen Preiszuwachs von im Durchschnitt vier Prozent. Spitzenreiter mit einem Preisanstieg von sechs Prozent sind das Sauer- und Siegerland. Durchschnittlich sind die Preise für Wohnungseigentum ebenfalls um vier Prozent gestiegen. Auch hier zeigen sich regionale Unterschiede. Den höchsten Anstieg gab es im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe. Hier legten die Preise um sechs Prozent zu. Auch unbebaute Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser sind landesweit erneut teurer geworden. Hier lag der Preisanstieg bei zwei Prozent.

2015 wurden im Kreis Heinsberg insgesamt 3321 Kaufverträge für bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohn- und Teileigentum mit einem Geldumsatz von 466,9 Millionen Euro abgeschlossen. Die Zahl der Kauffälle stieg damit gegenüber 2014 um zwei Prozent. Die niedrigste Zahl an Kaufverträgen hatte es in den vergangenen 15 Jahren mit 2807 Stück im Jahr 2012 gegeben; die Höchstwerte der Jahre 2001, 2002 und 2011 verfehlte das vergangenen Jahr nur knapp um jeweils zwei, drei Hände voll weniger Kauffälle. Der Geldumsatz erhöhte sich von 2014 auf 2015 um etwa 10,8 Prozent. Vor allem wurde der in Erkelenz erzielt (26,7 Prozent), weil hier auch die Ankäufe durch die RWE Power AG in den Braunkohlenabbaugebieten und die Ankäufe durch die Umsiedler in dem Grundstückmarktbericht enthalten sind. Ansonsten liegen im Kreis Heinsberg Hückelhoven mit 13,2 Prozent am Gesamtumsatz und die Kreisstadt Heinsberg mit 14,3 Prozent vorne.

Der Verkauf von Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau lag 2015 im Kreis Heinsberg mit 592 Kauffällen auf dem Vorjahresniveau. Die Preise dieser Grundstücke sind laut Grundstücksmarktbericht im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen und liegen im Kreisgebiet im Mittel bei etwa 122 Euro pro Quadratmeter. Zu den Details heißt es darin: "Die höchsten Bodenpreise wurden in den Städten Erkelenz und Wegberg und in bevorzugten Wohnlagen der Städte Geilenkirchen und Heinsberg erzielt." Durchschnittlich wurden in Erkelenz in guter Lage als Bodenrichtwert 215 Euro pro Quadratmeter registriert, in Heinsberg 165 Euro sowie 160 Euro in Wegberg, Wassenberg und Geilenkirchen. Mäßige Lagen kommen in allen zehn Kommunen des Kreises Heinsberg hingegen auf nur 90 bis 110 Euro je Quadratmeter.

Das Preisniveau von Grundstücken in ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebieten ist im Kreisdurchschnitt etwa gleich geblieben. Die Preise für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke sind hingegen im Durchschnitt um rund elf Prozent gestiegen: "Die höchsten Kaufpreise sind im östlichen Kreisgebiet zu verzeichnen. Der mittlere Kaufpreis im Kreisgebiet liegt bei rund 5,30 Euro je Quadratmeter." Bei forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken sind die Kaufpreise leicht gestiegen und liegen im Kreisgebiet bei 1,10 Euro pro Quadratmeter.

Schon bebaute Grundstücke wurden 2015 ebenfalls gut verkauft: 1600 Ein- und Zweifamilienhäuser wurden laut Grundstücksmarktbericht im Kreisgebiet veräußert, was 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor waren. Außerdem wechselten 339 Eigentumswohnobjekte den Eigentümer, circa 10,8 Prozent mehr als 2014.

Bei den Zwangsversteigerungen erreichte der Kreis Heinsberg 2015 den niedrigsten Wert der vergangenen 15 Jahre. Der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses wurden lediglich 82 Zwangsversteigerungsbeschlüsse zugesandt. Dies sind 13,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Zwangsversteigerungen hatte es 2009 mit 159 gegeben.

Quelle: RP
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