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Kreis Heinsberg
"Endlich!" - Entlastung in Sicht für Ratheim, Millich und Wassenberg

Kreis Heinsberg: "Endlich!" - Entlastung in Sicht für Ratheim, Millich und Wassenberg
Der Spatenstich ist ein Gemeinschaftswerk wie die Vorarbeit: (v. re.) MdB Spinrath, MdL Ruth Seidl, Minister Groschek, Bürgermeister Stock, Staatssekretär Enak Ferlemann, Elfriede Sauerwein-Braksiek (Straßen NRW), BM Bernd Jansen, MdB Oellers, Landrat Pusch, BM Winkens, MdL Hachen, Leo Stassny. FOTO: LAASER
Kreis Heinsberg. Startschuss für die B 221 n und L 117 n. Zwei Generationen-Straßenbauprojekte beginnen am bisherigen Ende der neuen B 221 bei Wildenrath mit dem Ersten Spatenstich. Große Feierstunde. Von Gabi Laue

Volksfeststimmung am - jetzt ehemaligen - Ausbauende der neuen B 221 vor Wildenrath, und die Musi spielt dazu. Eine große Menschenschar hat sich versammelt, die Bergkapelle Sophia-Jacoba spielt auf: Vertreter von Bund, Land und Kommunen bringen mit dem symbolischen Spatenstich gleich zwei Großprojekte auf den Weg, auf die Menschen in Hückelhoven und Wassenberg Jahrzehnte gewartet haben. "Endlich!" Der Stoßseufzer der Stunde vielfach aus Politiker- und Bürgermund. Endlich werden die Ortsumgehungen Wassenberg und Ratheim-Millich angepackt.

Den Reigen der Reden eröffnet Verkehrsingenieurin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Hauptgeschäftsführerin von Straßen NRW: "Die Ortsdurchfahrt wurde zunehmend zur Belastung. So sind die Umgehungen ein Beitrag, die Lebensqualität zu verbessern." Die Bauarbeiten, so Sauerwein-Braksiek weiter, sollten den laufenden Verkehr so wenig wie möglich stören. "Deshalb entstehen zuerst die Über- und Unterführungen in Kreuzungsbereichen. Erst dann wird die Straße gebaut." Ohne Unannehmlichkeiten gehe das nicht, aber: "Am Ende des Ziels wird der Verkehr flüssiger und für Sie sicherer fließen."

Straßen NRW baut die sechs Kilometer lange Ortsumgehung Wassenberg mit je einem Fahrstreifen pro Richtung in zwei Abschnitten. Ausbaustufe 1 führt bis Ende 2017 von Wildenrath, Friedrich-List-Allee, bis zur L 19. Neun Brücken entstehen sowie zehn Durchlässe für die Tierwelt und Schutzzäune gegen Wildunfälle. Überflughilfen und bepflanzte Erdwälle sollen Fledermaus und Steinkauz über die Straße helfen. Stufe 2 führt bis Ende 2018 an die L 117. Der Bund zahlt 30 Millionen Euro für die B 221 n.

Die 15 Millionen Euro für die Umgehung L 117 teilen sich Land, Bund, die Stadt Hückelhoven und der Kreis Heinsberg. Vier Kilometer mit je einem Fahrstreifen und vier Brücken werden bis 2020 gebaut. Abschnitt eins wird 2019 von der alten L 117 vor Ratheim bis zur A 46 reichen, als erstes entsteht die Querspange zwischen Alt und Neu parallel zur Autobahn. Der zweite Abschnitt führt von der A 46 bis zur alten L 117 am Kreisel "Am Landabsatz", Lärmschutz für Anwohner inklusive.

Es sei "gut angelegtes Geld", unterstrich Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundes-Verkehrsministerium. Er erinnerte sich an etliche Besuche örtlicher Politiker in seinem Büro, die deutlich machten, welche Bedeutung die Ortsumgehungen haben. Mit Wirtschaftsverkehr von der A 46 zur A 52 sei die B 221 eine echte regionale Verkehrsader. "17.000 Kfz in 24 Stunden, das war für Wassenberg ein Problem", sagte Ferlemann. "Die Straße aus dem Ort zu holen ist ein Mittel, den Bürgern ihre Stadt zurückzugeben." Der Staatssekretär hob die Maßnahmen für die Natur hervor: "27 Hektar ökologische Ausgleichsfläche, Amphibien-Wanderwege und Fledermaus-Leitwerke sollen der Ökologie zu ihrem Recht verhelfen." Archäologen begleiten den Straßenbau.

Humorvoll merkte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek an: "Hier ist die Welt noch so in Ordnung, da will die Grünen-Abgeordnete Ruth Seidl im Fanclub der röhrenden Bagger dabeisein." Ernst gemeint war sein Eingeständnis, die B 221 sei für Wassenberg ein "unhaltbarer Zustand" gewesen. "Wer sich das im Ort angesehen hat, weiß, was die Leute leiden mussten."

Quelle: RP
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