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Kreis Heinsberg
Ernährung Thema beim Schlaganfalltag

Kreis Heinsberg. Ärzte, Betroffene, Angehörige und alle Interessenten sind willkommen beim achten "Tag des Schlaganfalls" im Heinsberger Kreishaus. Neues zur Behandlung und Nachsorge in Vorträgen. Aussteller präsentieren Hilfsangebote. Von Angelika Hahn

Schnell und kooperativ, also disziplinenübergreifend handeln - diese beiden Maximen sind heute unabdingbar für eine effektive Behandlung bei Schlaganfall. Dies und noch weit mehr über das Thema möchte der achte "Tag des Schlaganfalls" am 6. April im Heinsberger Kreishaus interessierten Menschen vermitteln. Eingeladen zum Vortragsprogramm und einer Ausstellung unterschiedlicher Anbieter von Hilfen für Betroffene sind alle interessierten Bürger, natürlich besonders auch Betroffene und deren Angehörige.

Zum wiederholten Mal organisiert die Veranstaltung das interdisziplinäre Therapeutenteam "Hand in Hand", zu dem sich die vier Ergo- und Logotherapie-Praxen von Nicole Kroes, Esther Müller, Sylvia Vluggen und Zilan Holtmann (Yazdani-Bosheri) zusammengeschlossen haben. Kooperationspartner ist die Gesundheitskonferenz des Kreises Heinsberg.

Für die begrüßte jetzt bei der Vorstellung des Programms der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, das Engagement des Organisationsteams. Wie bei den stets gut besuchten Vorgängerveranstaltungen wird in Expertenvorträgen wieder Neues zur Behandlung und Nachsorge bei Schlaganfall vermittelt.

Einen Akzent setzt diesmal Fachärztin Dr. Andrijana Dedic, die sich mit den "Zusammenhängen zwischen Schlaganfall und Ernährung" beschäftigen wird. Mangelerscheinungen etwa im Vitamin B-Haushalt, einseitige Ernährung oder Flüssigkeitsmangel, vor allem bei vielen Senioren, seien Risikofaktoren für Schlaganfall, sagten die Experten. Die allerdings auch darauf verwiesen, dass Schlaganfall, der vielfältige Ursachen haben kann, keineswegs nur ein Problem der "Alten" ist.

Die weiteren Referenten des Tages sind Dr. Jürgen Minartz, Chefarzt für Innere Medizin am Heinsberger Krankenhaus, und Dr. Christian Isensee, Chefarzt am Erkelenzer Krankenhaus, der die im Sommer öffnende Neurologie-Fachabteilung leiten wird. Feldhoff freut sich über die neue ortsnahe Behandlungsmöglichkeit für Schlaganfallpatienten im Kreis Heinsberg, wobei es heutzutage immer wichtiger werde, dass Kliniken mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten zusammenarbeiten. Im Großraum Aachen bildet das "Neurovasculare Netzwerk" einen solchen Verbund für die Akutbehandlung bei Schlaganfall, worüber Isensee referieren wird, während sich Orthopädie-Chefarzt Achim Dohmen aus Geilenkirchen "Orthopädischen Erkrankungen und deren Prävention bei Schlaganfallpatienten" widmen wird.

Es gibt heute vielfach gute Perspektiven für Betroffene - sofern das "therapeutische Fenster", in dem nach den ersten Symptomen schnell reagiert werden kann, genutzt wird, erläuterten Feldhoff und seine Kollegin Dr. Cornelia Groschopp vom Kreisgesundheitsamt. Und sie appellieren an Betroffene und Angehörige, Warnzeichen wie teilweise Sprachstörung, Bewegungseinschränkungen, partielle Lähmung oder Gefühllosigkeit in Händen und anderen Gliedmaßen sehr ernst zu nehmen, den Notruf 112 unverzüglich zu bedienen und nicht zuzuwarten.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften würden die Behandlungsmöglichkeiten immer besser und der stationäre Aufenthalt im Vergleich zu früher sehr verkürzt, bestätigt das Organisationsteam - mit Hinweis auf seinen Namen: "Es geht nur ,Hand in Hand' ". Für Kroes, Müller, Vluggen und Holtmann haben Hausbesuche heute einen wichtigen Stellenwert. Zentral sei die "Integration in die heimische Umgebung". Dabei werden auch Partner und Familien der Patienten mit einbezogen. Und so werden auch beim Schlaganfall-Tag wieder deren vielfältige Fragen beantwortet: Wie kann ich den Partner unterstützen? Was mache ich, wenn sich der Patient verschluckt? und vieles mehr.

Faltblätter mit dem detaillierten Programm beim "Tag des Schlagfalls" liegen in vielen öffentlichen Einrichtungen und Arztpraxen aus.

Quelle: RP
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