| 16.45 Uhr

Düsseldorf/Heinsberg
Farbkartusche lässt Automaten-Knacker erstmals scheitern

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik
Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe
Düsseldorf/Heinsberg. Dutzende Male haben sie schon zugeschlagen, meistens nachts, zunehmend brachial. Die Diebe jagen landesweit Geldautomaten in die Luft, oft machen sie sich unerkannt aus dem Staub. Nun meldet eine Heinsberger Bank einen Erfolg im Kampf gegen die Panzerknacker.

Die Diebe starteten ihren ersten Versuch in der Nacht zum 3. März, das teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. Nachdem sie bei ihrem ersten Versuch scheiterten, probierten die Diebe es in der Nacht zum 4. März erneut. Beim dritten Versuch klappte dann die Sprengung des Automaten, jedoch wurden die Scheine durch die rote Farbe aus der Farbkartusche wertlos.

"Das zeigt, wie wirkungsvoll der Einsatz von neuer Sicherheitstechnik ist", kommentierte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch nach Angaben seines Hauses. Die mutmaßlichen Täter stammten nach Ansicht der Ermittler "eindeutig aus den Niederlanden".

Seit Monaten versuchen Diebe in den grenznahen Regionen nachts Geldautomaten aufzusprengen, um Bargeld zu erbeuten. In diesem Jahr wurden schon weit über 20 Taten registriert. Dabei handele es sich bei den Dieben um mehrere niederländische Banden, die mit hochmotorisierten Autos flüchten.

Unter anderem hatten Diebe mit einem Traktor einen Automaten aus einer Bank gerissen und den Vorraum einer Sparkasse verwüstet. Im vergangenen Jahr wurden 67 Taten verzeichnet. Nach Einschätzung der Polizei steht hinter der Serie eine Szene mit 250 Mitgliedern allein in den Niederlanden.

Nach Erkenntnis der Ermittler werden die Tatorte nach immer dem gleichen Muster ausgesucht: Es handelt sich um ländliche Gebiete, bevorzugt in Grenznähe und mit guter Autobahnanbindung. Die Täter sollen vor allem aus den Niederlanden stammen.

 

(lnw, skr)
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.