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Heinsberg
Flüchtlingsthematik in einem Gemälde von Oscar Begas

Heinsberg. Das Museum Begas Haus bietet am Mittwoch, 16. Dezember, 15 Uhr, eine neue Themenführung an. Heiner Coenen referiert zum Thema Migration am Beispiel von Oscar Begas' Bild "Der Empfang der Salzburger Protestanten durch König Friedrich Wilhelm I. und Kronprinz Friedrich zu Potsdam im Jahre 1732".

Das 1862 entstandene Gemälde erhält durch die momentane Flüchtlingswelle erstaunliche Aktualität.

Heiner Coenen gilt nach 50-jähriger Forschung zu Ostpreußen als Kenner der Geschichte und Kultur dieser ehemals östlichsten deutschen Provinz und ist vielen Museumsbesuchern bereits durch seine Lesungen und Führungen im Rahmen der Ausstellung "Heim@t-Front - Selbstzeugnisse von Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkriegs aus dem Kreis Heinsberg" bekannt. Seine historisch-inhaltliche Erörterung des Gemäldes wird ergänzt um die künstlerische Bewertung durch Theodor Fontane.

Ende 1731 waren die über 20.000 Salzburger Protestanten vom Erzbischof des katholischen Kirchenstaates ausgewiesen worden. Auf ihrem Weg durch Deutschland begegnete man ihnen in protestantischen Städten hilfsbereit, im katholischen Augsburg hingegen ließ man sie in der Silvesternacht vor dem verschlossenen Tor frieren. Ziel der meisten war das protestantische Preußen, manche gingen auch nach Amerika. Oscar Begas' Gemälde zeigt mit dem Kronprinzen und späteren König Friedrich II. (dem Großen) eine der prägendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte. Das Publikumsinteresse an der friderizianischen Epoche war zu Begas' Zeit neu erwacht, da Preußen 1862 auf dem Weg zu einer internationalen Großmacht war. "Der Empfang der Salzburger Protestanten" zeigt eine bewegte Szene vor Potsdamer Kulisse. Das Bild wurde von einer Chronik aus dem Jahr 1732 inspiriert, die schildert, wie Salzburger Protestanten vom König persönlich empfangen wurden.


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Quelle: RP