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Wassenberg
Fünfmal täglich erschallt der Gebetsruf

Wassenberg. Der Heimatverein Wassenberg lud Interessierte zu einem Besuch der Moschee in der Wassenberger Oberstadt ein. Von Michael Moser

Es wurden zahlreiche Vorurteile abgebaut. Es wurden viele Fragen beantwortet. Es war ein lohnenswerter Besuch der Moschee in der Wassenberger Oberstadt, zu dem der Heimatverein in der Reihe seiner kulturhistorischen Wanderungen eingeladen hatte. Vorsitzender Sepp Becker freute sich, dass wieder einmal so viele Interessierte teilnahmen und auch Süleyman Börek, Vorsitzender der islamischen "Ditib"-Gemeinde in Wassenberg war erstaunt: "Klasse, dass so viele Leute gekommen sind. Und Ihr stellt ja auch noch richtig viele Fragen. Das macht mir Spaß."

Zur Beantwortung der Fragen standen Börek mit Sibel Sönmez und Rabia Canakci zwei Dialogbeauftragte zur Seite, die den Besuchern die Zusammenhänge des islamischen Glaubens erläuterten. Da viele Wassenberger Bürger gar nicht wussten, dass die Moschee existiert, erklärte Süleyman Börek: "Das Gebäude steht seit 1980 hier. Im Jahre 1995 wurde es zu einer Moschee, und so, wie wir es heute sehen, wurde es 2005 fertiggestellt." Die Gemeinde hat mittlerweile rund 200 Mitglieder, wobei auch Nichtmitglieder und Menschen jeglichen Glaubens als Gäste willkommen sind. Die typische Atmosphäre stellte Börek her, als er den Gebetsruf vorführte, der fünfmal täglich erschallt. Dazu Sibel Sönmez: "Es ist natürlich so, dass nicht jeder Mensch die Zeit hat, immer dabei zu sein, schließlich müssen die meisten ja auch arbeiten." Wichtig im Gotteshaus sind die Gebetsnische, die Richtung Mekka ausgerichtet ist, die Predigtkanzel und der Lehrstuhl. Den Blick Richtung Mekka in Saudi Arabien zu wenden, fordere das islamische Gesetz "Wende dein Gesicht zur heiligen Moschee", erfuhren die Besucher. Von der Predigtkanzel spricht der Imam zur Gemeinde. Das ist in Wassenberg Murat Köksal. Vom sogenannten Lehrstuhl sprechen Hodgas zu den Gläubigen. Hier geht es meist um Themen der Bildung und Theologie. "Bildung ist ein ganz wichtiges Fundament für uns", erklärte Dialogbeauftragte Rabia Canakci.

Auf lockere und amüsante Art und Weise wurde über einige Vorurteile gesprochen. Canakci: "Es gibt bei uns keinen Kopftuchzwang. Das kann jede Frau selbst entscheiden." Und auf die Frage, warum türkische Männer ihre Frauen angeblich nie allein aus dem Haus lassen, meinte Vorsitzender Süleyman Börek: "Also meine Frau kann hinfahren oder gehen, wohin sie will. Und seid mal ehrlich, Ihr wollt doch auch wissen, wo sich Eure bessere Hälfte so rumtreibt." Das sagte er natürlich mit einem Augenzwinkern und erntete dafür Applaus.

Die nächste Tour des Heimatvereins soll zur Kirche in Steinkirchen gehen.

Quelle: RP
 
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