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Heinsberg
Für eine sechzigstel Sekunde lang die Zeit anhalten

Heinsberg: Für eine sechzigstel Sekunde lang die Zeit anhalten
Der in Gangelt lebende Fotograf Karl-Heinz Hamacher zeigt Ausschnitte aus seinem fotografischen Schaffen in Heinsberg und Erkelenz. FOTO: Lebenshilfe
Heinsberg. / Erkelenz (RP) Der in Gangelt lebende Fotograf Karl-Heinz Hamacher zeigt bis zum 13. August Ausschnitte aus seinem fotografischen Schaffen im Café Samocca in Heinsberg und im Bistro inclusio in Erkelenz. Der thematische Schwerpunkt liegt auf der Life-Fotografie. In der werden die Menschen in ihrem Alltag gezeigt: bei der Arbeit, beim Feiern, bei Konzerten und Veranstaltungen oder in vermeidlich unbeobachteten Momenten.

"Die Jagd nach dem Augenblick", umschreibt Hamacher die Quintessenz der gezeigten Bilder. Hier zähle nicht nur irgendein Moment: "Es ist der allererste Moment, der entscheidend ist. Das erste Foto muss sitzen!" Hat der "Auserwählte" wahrgenommen, dass er fotografiert wird, sei die Unbefangenheit weg: "Wenn Personen bemerken, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist, reagieren sie unnatürlich." Hamachers Erfahrungen haben gezeigt, dass nur sehr wenige Menschen Souveränität und Ausstrahlung besitzen, sich bewusst lenken und unbefangen fotografieren zu lassen. "Passt alles zusammen, kann ich etwas tun, wovon die meisten Menschen nur träumen: Ich kann eine sechzigstel Sekunde lang die Zeit anhalten." Dabei hält er es für sehr bedauerlich, dass die klassische Form der Life-Fotografie in Europa kaum noch möglich ist. Menschen reagieren unwirsch bis drohend, wenn man sie ungefragt fotografiert. "Vor Kurzem war ich in Barcelona und wollte mitten in der Nacht in einem Jazzclub voller skurriler Typen Leute fotografieren. Das gab sofort Theater, und der Abend endete für mich vorzeitig."

Wesentlich entspannter gehe es dagegen in Süd- und Mittelamerika zu. Life-Fotografie ist dort laut Hamacher hier pures Vergnügen. Die meisten der im Samocca gezeigten Bilder sind auf Kuba, in Panama und auf den Bocas del Toro (eine kleine Inselgruppe in der Karibik) entstanden. "Hier zeigte sich wieder einmal, dass es weniger die Fototechnik ist, die man beherrschen muss: die Leute wollen angesprochen und eingebunden werden. Haben sie dann die Kamera vergessen, ist plötzlich alles möglich."

Das Café Samocca auf der Hochstraße 19 in Heinsberg hat Dienstag bis Sonntag geöffnet von 9 bis 18 Uhr. Das Bistro inclusio an der Südpromenade 3 in Erkelenz hat Montag bis Samstag von 9 bis 13.30 Uhr sowie sonntags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
 
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