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Heinsberg
Gefahren einschätzen mit Rauschbrille

Heinsberg: Gefahren einschätzen mit Rauschbrille
Wie diese junge Frau bei einem Verkehrssicherheitstag in Langenfeld, können Discobesucher auch bei der Aktion im Himmerich in Begleitung eines Fahrlehrers das Fahrgefühl mit Rauschbrille erleben. FOTO: Ralph Matzerath (Archiv)
Heinsberg. Zu einer besonderen Aktion unter dem Motto "Mit der Rauschbrille durch die Nacht - Kein Alkohol im Straßenverkehr!" laden Kreis, Polizei und etliche weitere Kooperationspartner am 19. Juni junge Disco-Besucher in Himmerich ein. Von Angelika Hahn

"Action" ist angesagt bei jungen Leuten. Umso besser, wenn dabei auf anschauliche Weise über Verkehrssicherheit aufgeklärt wird. "Mit der Rauschbrille durch die Nacht - Kein Alkohol im Straßenverkehr!" heißt die Aktion, die am am Freitag, 19. Juni, von 21 bis 2 Uhr auf dem Parkplatzgelände der Diskothek in Himmerich stattfindet.

Alkohol am Steuer ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen. Jeder elfte Unfalltote ist Opfer eines alkoholisierten Fahrers. Aus diesem Grunde hat sich der Arbeitskreis "Suchtvorbeugung" mit etlichen Kooperationspartnern sowie der Diskothek in Himmerich zu dem ungewöhnlichen "Event" entschlossen. Ziel der gemeinsamen Aktionsnacht ist es, jungen Menschen zu zeigen, welche Folgen Fahren unter Alkoholeinfluss haben kann.

"Alkohol wirkt wie ein Betäubungsmittel. Bereits bei 0,2 bis 0,3 Promille, also nach einem Glas Bier oder Wein, verlängert sich die Reaktionszeit, und die Bereitschaft steigt, riskant zu fahren. Ab etwa 0,5 Promille reagiert man langsamer, schätzt Geschwindigkeiten falsch ein und ist risikobereiter", informieren die Veranstalter. "Je mehr Alkohol ein Fahrer getrunken hat, desto mehr Fehler macht er: Er fährt zu schnell, fährt Schlangenlinien, macht riskante Überholmanöver und neigt dazu, viele Personen mitzunehmen. Ab 0,8 Promille steigt das Unfallrisiko steil an. Bei 1,1 Promille ist es zehnmal so hoch wie im nüchternen Zustand."

Um diese Zusammenhänge nachhaltig zu verdeutlichen, werden unterschiedliche interaktive Aktionen an diesem Abend angeboten: In Kooperation mit zwei Fahrschulen wird jungen Fahrern die Fahrt in einem Fahrschulauto unter Alkoholeinfluss mit Hilfe einer Rauschbrille (mit Stärke von etwa 1,3 Promille) ermöglicht. Fahrer und Beifahrer sollen erleben, wie sich die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit unter Alkoholeinfluss verändert. Ein Überschlagsimulator verdeutlicht, wie schwierig es ist, sich aus einem überschlagenen Fahrzeug zu befreien. Filmausschnitte aus dem "Crashkurs" der Verkehrssicherheitsberater zeigen ebenfalls die Gefahren durch Alkohol am Steuer.

Die Feuerwehr Heinsberg und der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg werden informieren über Schwierigkeiten bei einer Bergung eines Fahrzeuges und der ärztlichen Versorgung nach einem Unfall. Studenten werden als sogenannte "Peers" eingesetzt, um mit den jungen Erwachsenen mittels aktivierender Quizfragen und Übungen mit der Rauschbrille ins Gespräch zu kommen.

"Junge Menschen überschätzen sich und sind häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt als der Durchschnitt der Autofahrer. Der Grund: Die mangelnde Fahrerfahrung, die mit einer Überschätzung der eigenen Fahrfähigkeit und einer hohen Risikobereitschaft einhergeht", heißt es in der Einladung des Kreises an die Disco-Besucher. Hinzu komme, dass junge Leute eher außer Haus Alkohol trinken - in Discos, Kneipen oder auf privaten Partys. So ereignen sich die meisten Unfälle von 18- bis 24-Jährigen nach einem Discobesuch.

Quelle: RP
 
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