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Kreis Heinsberg
GEW sieht Gefahr für Inklusion

Kreis Heinsberg. Befragung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an Schulen. Sonderpädagogen fehlen.

"Die Schulen im Kreis brauchen für die Inklusion nach eigenen Angaben vordringlich: mehr Stellen sonderpädagogischer Förderung, mehr Zeit für Beratung, mehr und bessere Räume", erklärt Klaus D. Lange, Vorsitzender des Kreisverbands Heinsberg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Etwa 100 Lehrkräfte - vor allem Sonderpädagogen - fehlen im Kreis Heinsberg.

"Nach einem Jahr Erfahrung mit der Umsetzung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes zur Inklusion und zum Teil gelebter Praxis des gemeinsamen Unterrichts aus den Jahren vorher", so Lange weiter, "dürfen diese Forderungen aus den Schulen nicht ungehört verhallen". Die GEW hatte eine repräsentative Online-Umfrage zur systematischen Bestandsaufnahme an allen Schulen zur schulischen Inklusion in Auftrag gegeben. Die zeigt: Die derzeitigen Rahmenbedingungen gefährden den Erfolg der Inklusion.

Die GEW hat die Umfrage in Auftrag gegeben, weil sie nach einem Schuljahr nach Inkrafttreten des ersten Schulgesetzes zur Inklusion die Erfahrungen der Schulen in NRW abfragen wollte. Es sollte geklärt werden, was in den Schulen gut läuft, wo Probleme auftauchen, wo nachgesteuert werden muss. Dafür hat sie die Lehrkräfte in den Schulen selbst zu Wort kommen lassen. Mit einem Fragebogen, der an die allgemeinen Schulen gerichtet war, und einem weiteren Fragebogen an die Förderschulen konnten die Schulleitungen ihre Erfahrungen einbringen.

Von allen Schulen in NRW beteiligten sich im Durchschnitt 21,5 Prozent der allgemeinen Schulen und 29,2 Prozent der Förderschulen an der Umfrage. "Damit", so Lange weiter, "sind die Ergebnisse der Umfrage repräsentativ, müssen ernst genommen werden und untermauern die Forderungen der GEW nach Qualitätsstandards für die schulische Inklusion." Neben den drei wichtigsten Bedarfen, die Schulleitungen geäußert haben, vermissen 64 Prozent der Befragten praxisorientierte Fortbildung, halten 80 Prozent eine zentrale Anlaufstelle für Inklusionsfragen vor Ort und 90 Prozent inklusive Schulentwicklungspläne für nötig. Die Klassengröße im Gemeinsamen Lernen geben 63 Prozent der Befragten mit 21 bis 25 Kindern an. Bei 26 Prozent liegt sie sogar bei über 25.

Der GEW-Kreisverband unterstützt die Aussagen der Schulleitungen zur Nachsteuerung der Inklusion. Damit sie besser gelingt, benötigen die Schulen: mehr Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung, mehr Zeit für Absprachen und Beratung, kleinere Klassen, mehr und passgenaue Fortbildung, Fachzentren für Inklusion vor Ort, inklusive Schulentwicklungspläne unter Mitwirkung der Schulen, bessere Unterstützung durch die Schulträger.

Quelle: RP
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