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Kreis Heinsberg
Handwerk gewinnt an Attraktivität

Kreis Heinsberg: Handwerk gewinnt an Attraktivität
Die Spitzen der Handwerkskammer Aachen bei der Herbsttagung in der Kreisstadt Heinsberg: Marco Herwarts (v.l., neuer Vizepräsident Arbeitnehmer), Helmut Krings (Vizepräsident Arbeitgeber), Dieter Philipp (Präsident) und Felix Kenziora (Vizepräsident Arbeitnehmer). FOTO: Jürgen Laaser
Kreis Heinsberg. Sitzungsbeschluss in Heinsberg: Die Handwerkskammer Aachen will das Berufsbildungszentrum in Simmerath in den nächsten Jahren für rund drei Millionen Euro ertüchtigen, um ein neues Internat für Auszubildende zu bauen. Von Kurt Lehmkuhl

Lobende Worte für das Handwerk im Kreis Heinsberg fand Präsident Dieter Philipp, als er im Begas Haus in Heinsberg die Herbstversammlung der Handwerkskammer Aachen eröffnete. Generell seien die Handwerksbetriebe in der Aachener Region auf dem richtigen Wege, wie die jüngste Konjunkturumfrage der Kammer gezeigt habe. Danach hätten 92 Prozent der Unternehmen im Sommerhalbjahr gute oder befriedigende Geschäfte gemacht. Diese Zufriedenheit aufgrund guter und zufriedenstellender Geschäfte sei im Kreisgebiet sogar noch höher. Hierzulande sind es sogar 96 Prozent, was Philipp zu der Aussage verleitete: "Die Auftragsbücher sind voll."

Seinem Loblied auf den Kreis Heinsberg hörten die heimischen Handwerker gerne zu. "Hier im Kreis Heinsberg nehmen wir eine regional überdurchschnittliche starke Wirtschaftsdynamik wahr", sagte der Kammerpräsident. "Die ausgewiesenen Gewerbeflächen werden hervorragend angenommen. Die Zahl der sich ansiedelnden Unternehmen nimmt immer weiter zu. Darunter seien auch einige spektakuläre Zugewinne - Unternehmen, die man wirklich als 'Big Player' bezeichnen kann."

Ein Beispiel für eine spektakuläre Ansiedlung in Heinsberg nannte der Bürgermeister der Kreisstadt, Wolfgang Dieder, der sein Grußwort an die Mitglieder des Handwerkskammer Aachen als "Werbeblock für Heinsberg" bezeichnete. Er stellte die Ansiedlung von Firestone im Gewerbe- und Industriegebiet Dremmen in den Vordergrund seiner Worte, wodurch 120 zusätzliche Arbeitsplätze in der Kreisstadt entstehen würden.

Bürgermeister Dieder und Kammerpräsident Philipp erwarten durch die fertiggestellte Bundesstraße 56 n, die den Kreis Heinsberg nach Westen und Osten erschließt, neue wirtschaftliche Impulse, die auch dem Handwerk zugutekommen. Einen zusätzlichen Schub könnte es geben, wenn die Bundesstraße 221 n als Nord-Süd-Verbindung fertiggebaut sei.

Mit Freude verwies Philipp auf die Steigerung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk um gut drei Prozent: "Es ist ein Hoffnungsschimmer, ein Zeichen, dass Handwerk an Attraktivität gewonnen hat und die gute Konjunkturlage so überzeugend wirkt, dass junge Menschen spüren, dass sie im Handwerk eine sehr erfolgreiche Berufslaufbahn hinlegen können." Auch verwies er darauf, dass derzeit in der Region mehr als 100 Flüchtlinge in einer handwerklichen Ausbildung seien. Viele Handwerksbetriebe würden über gute Erfahrungen mit den Flüchtlingen berichten. Umso betrüblicher sei es, dass manche von ihnen in ihre Heimatländer zurück müssten, weil es die Gesetze vorschrieben. Hier müsse die Politik mit einem sinnvollen Einwanderungsgesetz tätig werden, forderte Dieter Philipp für die nahe Zukunft. Auch hier gelte, was er für die aktuelle politische Situation anmahnte: "Vor dem Wohlstand und dem wirtschaftlichen Erfolg stehen Friede, Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit."

Aber auch die Zukunft vieler Handwerksbetriebe muss geregelt werden. "Über 2000 Handwerksunternehmen stehen in den nächsten Jahren in der Region Aachen vor der Übernahme." Da sei es unabdingbar, dass das Handwerk gut qualifizierte und ehrgeizige Fachkräfte heranbildet und fördert. Dazu beitragen soll auch ein ertüchtigtes Berufsbildungszentrum in Simmerath. Dort wird die Handwerkammer Aachen in den nächsten Jahren rund drei Millionen Euro investieren, um ein neues Internat für Auszubildende zu bauen. Die von Hauptgeschäftsführer Peter Deckers vorgestellte Planungsabsicht wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Quelle: RP
 
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