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Heinsberg
Herausragende Mitmenschlichkeit

Heinsberg: Herausragende Mitmenschlichkeit
Jurymitglieder und Geehrte: MdB Norbert Spinrath (Jury Bürgerpreis), Inge und Heinz Fiegen (Integrationspreis), Michael Kutz (Bürgerpreis "Alltagshelden"), Wiljo Caron (Bürgerpreis "Lebenswerk") , MdB Wilfried Oellers (Jury Bürgerpreis) und Sparkassendirektor Thomas Pennartz (v.l.). FOTO: Jürgen Laaser
Heinsberg. Vier außergewöhnlich engagierte Ehrenamtler wurden gestern mit dem Integrationspreis der Sparkassen-Stiftung und zwei Bürgerpreisen ausgezeichnet: Inge und Heinz Fiegen, Wiljo Caron und Michael Kutz. Von Angelika Hahn

"Wie würde Deutschland ohne Ehrenamt aussehen?", fragte Sparkassendirektor Thomas Pennartz gestern bei der Verleihung zweier besonderer Ehrenamtspreise. Und er gab die Antwort gleich dazu: "Es wäre ein Land ohne Sportvereine, Chöre, Feuerwehren und Spielplätze - ein bedauernswertes, weil farbloses Land. Denn eine Gesellschaft ohne freiwilliges Engagement wäre kalt, eng, langweilig und egoistisch."

Geballtes Bürgerengagement wurde gestern in der Kreissparkasse Heinsberg bei gleich zwei Preisverleihungen honoriert. Zum vierten Mal hat die Sparkassen-Stiftung den Preis "Integration" (dotiert mit 2500 Euro) ausgeschrieben, um herausragende Mitmenschlichkeit auf diesem Feld zu fördern. Die Jury, bestehend aus dem Stiftungsvorstand, Mitgliedern des Kuratoriums sowie Redakteuren der lokalen Zeitungen, konnte aus insgesamt 15 von Bürgern und Gemeinschaften vorgeschlagenen potenziellen Preisträgern auswählen. Und sie entschied sich für die Eheleute Inge und Heinz Fiegen, die sich seit einem viertel Jahrhundert in Selfkant für Flüchtlinge einsetzen.

Auch für eine Verleihung des Deutschen Bürgerpreises auf regionaler Ebene (je 1500 Euro) - eine Initiative von Sparkassen, Bundestagsabgeordneten, Deutschem Städte- und Landkreistag sowie Deutschem Städte- und Gemeindebund - hatte sich die Kreissparkasse Heinsberg wieder stark gemacht. Gemeinsam mit den beiden Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (CDU) und Norbert Spinrath (SPD) hatte sie die Bürger im Kreis aufgerufen, engagierte Ehrenamtler für den Bürgerpreis vorzuschlagen oder sich selber zu bewerben. Und die Wahl der Jury in der Kategorie "Lebenswerk" war auf Wiljo Caron gefallen, den Gründer und unermüdlichen Motor der "Interessengemeinschaft (IG) Ophoven - Hilfe für krebskranke Kinder" und in der Kategorie "Alltagshelden" auf Michael Kutz, den Gründer und Vorsitzenden des jetzt zehn Jahre aktiven Kinderschutzbundes Erkelenz.

Wiljo Caron, der vor fast 30 Jahren die IG gründete, stehe für unbürokratische und schnelle Hilfe für Betroffene, sagte Pennartz in seiner Würdigung. Unermüdlich werbe er bei Ortsfesten und vielfältigen Anlässen - von den nahezu legendären Ophovener Adventsmärkten war nicht einmal die Rede - für die gute Sache. Caron habe die IG weit über die Region hinaus bekanntgemacht. Pennartz: "Die so wichtige soziale Begleitung in und außerhalb der Behandlungszentren bezahlt bekanntlich keine Krankenkasse." Unter anderem darum kümmere sich die IG Ophoven, die für viele Betroffenen Anlaufstelle und Stütze geworden sei. "Sie wissen, wie wichtig eine mitfühlende und kompetente Unterstützung betroffener Familien ist, deren Leben sich durch die Krebserkrankung von Kindern komplett auf den Kopf stellt." 4,5 Millionen Euro habe die IG unter Carons Leitung in 29 Jahren für die gute Sache zusammengetragen - herausragend. Mit großem Herz, hoher Motivation und viel Energie setze sich auch Michael Kutz für die Interessen, Rechte und das Wohl von Kindern und deren Familien ein. Seinen besonderen Fähigkeiten sei ein über Jahre aufgebautes großes Netzwerk zu verdanken, das Einrichtungen, Initiativen und andere Ehrenamtler miteinander verknüpfe. Seit 2015 habe der Kinderschutzbund zusätzlich die Betreuung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge in Erkelenz übernommen. Pennartz: "Nahezu rund um die Uhr sind Sie für die Jugendlichen da, helfen bei Behördengängen, Arztbesuchen, sind Chauffeur, Hausmeister, Einkaufshelfer, aber vor allem einfach da, wenn Sie gebraucht werden."

Alle Preisträger nutzten ihre Dankesworte, um ihren Familien und Mitstreitern höchste Anerkennung zu zollen, "die bereit sind mitzumachen - weit über das normale Maß hinaus" (Kutz). Caron verglich seine Rolle mit der eines Steuermanns im "Achter", der sich "ohne die am Ruder keinen Meter weit bewegen kann". Ganz ähnliche Dankesworte von Heinz Fiegen, mit seiner Frau seit 25 Jahren im Selfkant eine "Institution" im unermüdlichen Einsatz für Flüchtlinge.

Quelle: RP
 
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